„Traunsteiner Modell“ bayernweit ausgeweitet

von Redaktion

Grenzüberschreitende Kriminalitätsbekämpfung erfolgreich – Abschiedsbesuch von Generalstaatsanwalt Röttle

Traunstein – Der Münchner Generalstaatsanwalt Reinhard Röttle, Dienstvorgesetzter aller zehn südbayerischen Staatsanwaltschaften, besuchte kürzlich zu seinem Abschied die Staatsanwaltschaft Traunstein. Röttle, der seit knapp acht Jahren das Amt des Generalstaatsanwalts in München innehat, wird zum 1. Februar zum Präsidenten des Bayerischen Obersten Landesgerichts befördert und nutzte seinen Besuch für einen kurzen Rückblick.

Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2018 hatte die Staatsanwaltschaft Traunstein, der mit ihrer Zweigstelle Rosenheim die Strafverfolgung in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting, Mühldorf, Rosenheim und der Stadt Rosenheim obliegt, 38,5 Staatsanwaltsstellen. Seitdem ist die Behörde auf insgesamt 55,5 Staatsanwaltsstellen angewachsen und auch der Geschäftsstellenbereich wurde aufgrund des deutlich erhöhten Arbeitsanfalls erheblich verstärkt. Denn nicht nur der Bevölkerungszuwachs in der Region und der zunehmende Tourismus, sondern auch die vielen Durchreisenden und die Flüchtlings- und Migrationskrise führten bei der Staatsanwaltschaft Traunstein zu einer erheblichen Steigerung der Fallzahlen.

Der Behördenleiter der Staatsanwaltschaft Traunstein, Leitender Oberstaatsanwalt Dr. Wolfgang Beckstein, bedankte sich gemeinsam mit den Abteilungsleitern und dem Geschäftsleiter bei Röttle für die stetige Unterstützung in den vergangenen Jahren.

Er hob besonders hervor, dass Reinhard Röttle der Initiator des bei der Staatsanwaltschaft Traunstein im August 2018 eingeführten „Traunsteiner Modells“ zur Verfolgung grenzüberschreitender und organisierter Kriminalität war, durch welches mit zusätzlichen Staatsanwälten große Erfolge erzielt werden konnten. Dieses „Traunsteiner Erfolgsmodell“ wurde daher inzwischen auf alle bayerischen Grenzstaatsanwaltschaften ausgeweitet.

Beckstein dankte Reinhard Röttle auch für die schnelle und unbürokratische Hilfe und Unterstützung im Herbst 2022, als die Schleuser- und Flüchtlingszahlen sprunghaft nach oben stiegen. Durch die sofortige Abordnung eines Staatsanwalts und einer Geschäftsstellenmitarbeiterin von der Generalstaatsanwaltschaft München sowie weitere Unterstützungsmaßnahmen und spätere zusätzliche Stellen sei die Staatsanwaltschaft Traunstein arbeitsfähig gehalten worden.

Der Behördenleiter berichtete dem Generalstaatsanwalt, dass die Staatsanwaltschaft Traunstein trotz einer weiterhin hohen Arbeitsbelastung durch die entspanntere Lage an den Grenzen, den Rückgang der Schleuser- und illegalen Einreiseverfahren sowie die Stellenzunahme derzeit gut aufgestellt ist, um aufwendige Ermittlungen gegen Hinterleute und organisierte Banden zu führen, um nicht nur die Bevölkerung bestmöglich davor zu schützen, sondern auch um zum Beispiel entwendete Vermögenswerte den Tätern wegzunehmen und den Opfern zurückzubringen.

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