Kürzlich habe ich vom sogenannten „Kodak-Effekt“ gelesen. Dieser beschreibt den Niedergang einer Weltfirma, die zwar die erste Digitalkamera erfand, dann aber den Mut zu einer echten Veränderung verlor. Die Zukunft war greifbar nah und doch hielt man am Vergangenen fest. Der Stillstand wurde der Anfang vom Ende.
Auch wir spüren manchmal: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Eine Entscheidung steht an und eine neue Ausrichtung muss geklärt werden. Trotzdem bleiben wir stehen aus Bequemlichkeit, Angst oder Gewohnheit. Die vertraute Sicherheitszone fühlt sich besser an als die unbekannte Zukunft. Gott ruft uns aber nicht in die Erstarrung, sondern in die Weite.
Die Bibel erzählt erstaunlich viele Aufbruchsgeschichten. Abraham verlässt sein Land, ohne zu wissen, wohin der Weg führt. Ruth beginnt in der Fremde ein neues Leben. Petrus lässt die Netze liegen und folgt Jesus. Keiner von ihnen hatte einen ausgefeilten Plan. Aber sie hatten alle Vertrauen und den Mut zum ersten Schritt! Große Ziele brauchen keinen perfekten Start, nur ein offenes Herz. Manchmal sagen wir: Später irgendwann, wenn es ruhiger wird und alles passt. Doch das Leben fragt nicht nach unserem Kalender. Vielleicht sind die guten Vorsätze vom Jahresanfang schon wieder verblasst. Das macht nichts, denn dieses Jahr liegt zum größten Teil noch unbeschrieben vor uns wie ein leeres Blatt voller Möglichkeiten. Warten wir nicht auf den besten Moment, denn er kommt selten. Der richtige Moment ist oft genau jetzt. Manchmal genügt ein erster Schritt in Richtung Liebe, in Richtung Wahrheit und in Richtung Leben.