Polizei dementiert Gerüchte um geständigen Brandstifter

von Redaktion

Zwei Brände in Hundham vom Sommer vergangenen Jahres beschäftigen weiterhin die Bevölkerung

Fischbachau – Die beiden Großbrände am 30. Juni 2025 in Hundham bei Fischbachau, Landkreis Miesbach, beschäftigen nicht nur die Kriminalpolizei, sondern auch die Menschen im Ort nach wie vor stark. Vor allem die Frage nach der Ursache der zwei Feuer, bei denen ein landwirtschaftliches Anwesen bis auf die Grundmauern vernichtet wurde, treibt die Dorfgemeinschaft um. Jüngst machten Gerüchte die Runde, wonach sich der angebliche Brandstifter bei der Polizei gestellt habe. Was diese nun aber entschieden dementiert.

Es waren Stunden, die die Hundhamer in helle Aufregung versetzt haben und bis heute nachwirken: Am Abend des 30. Juni 2025 waren Rettungskräfte mehrerer Feuerwehren, unter anderem aus dem Landkreis Rosenheim, zunächst zu einem Feuer auf einem Bauernhof an der Leitzachtalstraße im Herzen von Hundham gerufen worden. Die Familie, die den Hof bewohnte und bewirtschaftete, brachte sich rechtzeitig vor den Flammen in Sicherheit, verlor aber den Großteil ihres Hab und Guts. Zudem fanden vier Kälber in den Flammen den Tod. 

Das Anwesen selbst brannte nahezu auf die Grundmauern nieder, die Ermittler taxierten den Schaden auf einen hohen sechsstelligen Betrag. Noch während der Löscharbeiten an der Leitzachtalstraße wurde auf einem anderen Hof in rund 900 Metern Entfernung ein weiteres Feuer entdeckt. Ein Verwandter des Hofbesitzers, der sich in dessen Abwesenheit um die landwirtschaftlichen Geschäfte gekümmert hatte, konnte sich, seine Freundin und ein Kleinkind in Sicherheit bringen. Der Feuerwehr gelang es, das Übergreifen der Flammen auf das angrenzende Wohnhaus zu verhindern. Ein Nebengebäude samt dort abgestellter landwirtschaftlicher Geräte brannte jedoch aus. Nach Einschätzung der Polizei beläuft sich in diesem Fall der Schaden auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag.

Auch wenn es bislang noch keine absolute Bestätigung dafür gibt, machten die Ermittler bereits kurz nach den zwei Bränden deutlich, dass aufgrund der zeitlichen und räumlichen Nähe der Brandorte Brandstiftung durchaus denkbar sei. Eine Theorie, die die Ermittler seitdem keineswegs ad acta gelegt haben. So stellte Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Mitte Oktober 2025 auf OVB-Anfrage klar: „Wir gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit von Brandstiftung aus.“

Besonders tragisch: Am 29. November 2025 verunglückte dann der Besitzer (50) des bis auf die Grundmauern niedergebrannten Hofes beim Wiederaufbau tödlich. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der 50-Jährige gerade dabei, mit einem Kran Ziegelplatten zu verladen, als die schwere Last von der Gabel fiel und ihn traf. Auch sofort eingeleitete Reanimationsmaßnahmen konnten den Familienvater nicht mehr retten. Aufwühlende Ereignisse für dessen Familie und die ganze Dorfgemeinschaft, zu denen sich nun auch noch die Gerüchte über den geständigen Brandstifter gesellen. So wurde in sozialen Netzwerken sogar schon über die Identität des angeblichen Täters spekuliert. Doch ein Polizeisprecher stellt jetzt klar: Es gebe weder einen Tatverdächtigen, noch habe jemand ein Geständnis abgelegt. Selbst die Brandursache und damit die Frage, ob die beiden Feuer zusammenhängen und damit mutwillig gelegt wurden, sei noch nicht abschließend geklärt. Die Kripo ermittle weiter in alle Richtungen.

Sebastian Grauvogel

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