Ampfing/Waldkraiburg – Waldkraiburg atmet auf: Der mutmaßliche Täter, der am Abend vor Heiligabend den Getränkemarkt in der Karlsbader Straße überfallen, dabei einen Angestellten am Oberschenkel angeschossen hat und sich unerkannt mit einer vierstelligen Summe Bargeld aus dem Staub machen konnte (wir berichteten), ist gefasst.
Die Handschellen klickten am späten Freitagnachmittag. In U-Haft sitzt nun ein 22-jähriger Litauer, der im Landkreis Mühldorf lebt. Im Einsatz waren SEK, Kripo Mühldorf und Kripo Rosenheim sowie Ermittler der Zentralen Einsatzdienste Traunreut. Der Festgenommene hielt sich zum Zeitpunkt des Zugriffs in der Nähe eines Hotels in Ampfing auf. Er wurde auf offener Straße überwältigt und verhaftet. In einem der Hotelzimmer, in das sich der 22-Jährige eingemietet hatte, haben Beamte des SEK und der Kripo Mühldorf auch eine scharfe Handfeuerwaffe sichergestellt.
Ob es sich um die Pistole handelt, die beim Überfall benutzt wurde, mit der der 48-jährige Getränkemarkt-Mitarbeiter angeschossen wurde, müsse erst noch geklärt werden, erklärt Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. „Derzeit geht man davon aus, dass es sich um diese Waffe handelt.“
„Die Polizei hat gute Arbeit geleistet“, sagt Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch auf Nachfrage der Heimatzeitung und Innsalzach24. „Die Festnahme beruhigt uns. Es ist schön, dass die Ermittlungen relativ schnell dazu geführt haben, dass der Mann aufgespürt werden konnte“, so Pötzsch. Das gebe wieder mehr Sicherheitsgefühl für die Bewohner seiner Stadt. Zudem sei er froh, dass der mutmaßliche Täter „nicht aus unseren Reihen der Bürgerschaft kam, sondern ein Auswärtiger war“.
In seiner Stadt sei der Überfall zuletzt kein großes Gesprächsthema mehr gewesen, so seine Einschätzung. „Aber gerade darum konnten die Ermittlungsbehörden ungestört arbeiten“.
Und das taten sie unter Hochdruck, wie aus dem Polizeibericht des Präsidiums hervorgeht. Nach dem bewaffneten Raubüberfall am 23. Dezember 2025 konnte der Übeltäter zunächst unbekannt entkommen. Eine sofort eingeleitete Großfahndung vieler Streifenwagenbesatzungen und eines Polizeihubschraubers führte nicht zum Erfolg.
Unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein übernahm das Fachkommissariat 2 der Kriminalpolizeistation Mühldorf die Ermittlungen zur Klärung des Verbrechens. Durch die akribische Arbeit der Ermittler in der Folgezeit verdichteten sich nach und nach die Hinweise, dass ein 22 Jahre alter Litauer, der im Landkreis Mühldorf wohnhaft ist, die Tat begangen hat. Die Staatsanwaltschaft Traunstein erwirkte in den vergangenen Tagen bei Gericht gegen den Mann einen Haftbefehl, den es nun zu vollstrecken galt, erklärt Stefan Sonntag aus der Polizeipressestelle. Verschiedene operative Maßnahmen führten am vergangenen Freitag dazu, den Aufenthalt des Flüchtigen zu ermitteln. Am späten Nachmittag saß er bereits in der Falle.
Überfall muss psychisch
verkraftet werden
Am Samstag wurde der Litauer dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der den Haftbefehl bestätigte. Kommissare der Kripo Mühldorf haben ihn danach in eine Justizvollzugsanstalt gebracht, wo er nun in Untersuchungshaft sitzt.
Bürgermeister Pötzsch hofft nun, dass der 48-jährige Getränkemarkt-Mitarbeiter trotz des Streifschusses, den er am Oberschenkel bei dem Überfall erlitten hat, schnell wieder auf die Beine kommt. „Die Verletzung soll zum Glück nicht gefährlich gewesen sein. Aber psychisch muss der Mann das Ganze erst einmal verkraften.“