Malteser mahnen realistische Zivilschutzplanung an

von Redaktion

„Wir müssen uns so aufstellen, dass wir handlungsfähig bleiben“ – Selbstschutz und Eigenvorsorge der Bürger nötig

Rosenheim – In seinem Impulsvortrag zu „Bauchgefühl und Realität“ sprach Thomas Haas auf dem Neujahrsempfang der Malteser kürzlich in Rosenheim ein brisantes Thema an: Fehler, die bei der Zivilschutzplanung passieren können. Wenn in einem Katastrophenfall – wie kürzlich beim Blackout in Berlin – die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden muss, benötige man nicht nur Material, sondern auch Menschen.

Das Material ist laut dem Geschäftsführer vom „Bayerischen Zentrum für besondere Einsatzlagen“ nicht das Problem – dieses sei vorhanden. Einen Engpass könne es aber bei den Helfern geben. Da etliche engagierte Bürger in mehreren Hilfsorganisationen – zum Beispiel bei den Maltesern und der Freiwilligen Feuerwehr – Mitglied seien, bestehe die Gefahr, dass sie doppelt gezählt würden, obwohl es den Helfer nur einmal gebe. Und wenn dieser dann noch zum Wehrdienst eingezogen werde, könne er bei den Hilfsorganisationen nicht mehr tätig sein. Für eine realistische Planung von Krisenbewältigungen müsse dies berücksichtigt werden, so Haas.

„Wir müssen uns so aufstellen, dass wir handlungsfähig bleiben“, betonte er. „Hybride Bedrohungen“ erforderten einen „All-Gefahren-Ansatz“. Dazu gehöre auch, dass die Bevölkerung im Zivilschutz ausgebildet werde. Selbstschutz und Eigenvorsorge seien unbedingt erforderlich, jeder müsse wissen, wie man „eine Kerze anzündet und ein Kurbelradio bedient“. Diese Dinge müssten auch in jedem Haushalt vorhanden sein.

Die Malteser, die sich als christlich geprägter Hilfsdienst verstehen, sind nicht nur bei Katastrophen im Einsatz. Ihre hauptamtlichen Mitarbeiter bieten unter anderem einen Hausnotruf und einen Pflegenotruf in Kooperation mit christlichen Pflegediensten, einen Menü-Service, Schulbegleitung und einen Fahrdienst an. An den Standorten Rosenheim und Griesstätt verzeichnete ihr Rettungsdienst zudem mehr als 8.000 Einsätze.

Zu den Leistungen der ehrenamtlichen Malteser-Mitarbeiter gehören ein Besuchsdienst für ältere Menschen, ein Integrationsdienst mit Deutsch- und EDV-Kursen für Geflüchtete und ein Sanitätsdienst für Veranstaltungen.

Mit dem Neujahrsempfang, zu dem Freifrau Stephanie von Freyberg, Manfred Gebert und Ernst Schütz von der Kreisleitung 50 geladene Gäste im Malteserhaus begrüßen konnten, wurde nach mehrjähriger Unterbrechung eine alte Tradition wieder aufgenommen. Das Treffen in lockerer Atmosphäre mit Musik der Gruppe „D’Innspuiration“ nutzten die Besucher auch zur informellen Kontaktpflege am Büfett, mit dem sie von den Ehrenamtlichen der „Schnelleinsatzgruppe Verpflegung“ bewirtet wurden. Alfred Schubert

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