Aubenhausen – Es war ein großer Schock im deutschen Reitsport: Dressur-Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl teilte am 6. Januar mit, dass ihr Nachwuchspferd Diallo völlig überraschend an den Folgen einer plötzlichen Erkrankung verstorben ist. Während die genauen Untersuchungen noch liefen, lag der Verdacht zunächst auf dem Bornavirus, wie es die Reiterin am Neujahrstag in den sozialen Medien schrieb. Diallo war am Tag zuvor in eine Klinik eingeliefert worden.
Vor wenigen Tagen äußerte sich von Bredow-Werndl nun erneut via Social Media und erklärte, dass nach bisherigem Kenntnisstand alle regional relevanten Viren ausgeschlossen werden können. Also auch das Bornavirus. „Nach Ausschluss weiterer Differenzialdiagnosen ist eine unvorhersehbare Krankheitsursache, wie beispielsweise ein Infarkt im Gehirn, eine mögliche Ursache“, schreibt die Reiterin und ergänzt: „Das lindert nicht meinen Schmerz, aber es ist mir ein Bedürfnis, diese neuen Erkenntnisse zu teilen.“
Diallo war am 5. Januar in eine Klinik für Pferde in München eingeliefert worden. Am Morgen danach starb das Tier, das als große Nachwuchshoffnung im Reitsport galt. „Diese Krankheit kam wie ein Sturm, lautlos, gnadenlos und unaufhaltsam, hat sich in Stunden durch deinen Körper gefressen und mir das Herz aus der Brust gerissen“, hatte dazu die Aubenhausenerin in Trauer um ihren elfjährigen Wallach geschrieben.
Im vergangenen Jahr war das Paar neunmal international auf Grand-Prix-Niveau erfolgreich. Siege erzielten sie unter anderem in Hagen (Grand Prix Special), München (Grand Prix, Grand Prix Special), Wiener Neustadt (Grand Prix, Grand Prix Special) sowie beim Weltcup-Turnier in Stuttgart (Grand Prix, Grand Prix Kür). Beim Festhallenturnier in Frankfurt wurde der Wallach mit dem Otto-Lörke-Preis für hoffnungsvolle Nachwuchspferde ausgezeichnet. Nicolas Bettinger