Rosenheim/Landkreis – „Rosenheimer Zeitsprünge“ heißt die neue, einmal wöchentlich erscheinende Serie der OVB-Heimatzeitungen, von OVB online und der 24er-Portale. Was darf der Leser beziehungsweise User von der Serie erwarten? Auf alle Fälle tolle Bilder aus den letzten Jahrzehnten, die sich mit einem Vorher/Nachher-Schieberegler in die Gegenwart verwandeln und mit einem Klick auch vergrößern lassen.
Entstehung
und Bedeutung
In Teil drei der neuen Serie geht es um den Rosenheimer Stadtteil Küpferling, dessen Entstehung, Bedeutung und um die Namensgebung. Ursprünglich war „Küpferling“ keine Wohnsiedlung, sondern eine Flur beziehungsweise ein Gelände südlich der frühen Stadt, das bis Mitte des 19. Jahrhunderts überwiegend unbebauter Moosgrund war. Ab dieser Zeit begann allmählich die Nutzung und Bebauung des Areals.
1901 erhielt der Bau- und Sparverein des bayerischen Eisenbahnerverbands die Genehmigung für ein Bauprojekt am Küpferling, bei dem auch eine Gaststätte („Zum Beflügelten Rad“) entstand. In den 1900er- bis 1920er-Jahren entwickelte sich der Bereich zu einem eigenen Stadtteil von Rosenheim.
Der Name geht nicht auf einen Personennamen oder eine Firma zurück, sondern auf eine Quelle, die dort früher zu finden war. Diese Küpferling-Quelle war für ihr eisenreiches, rotbraun gefärbtes Wasser bekannt, dem man heilende Eigenschaften zuschrieb; der Name leitet sich vermutlich von dieser charakteristischen Färbung beziehungsweise dem Begriff für das Wasser ab. Bereits Anfang des 17. Jahrhunderts entdeckte der Rosenheimer Arzt Dr. Tobias Geiger die besondere Beschaffenheit des Wassers, die auf einen erhöhten Mineralgehalt hindeutete. Das Wasser roch leicht schwefelig und schmeckte nach Eisen – typische Hinweise auf hohe Mineral- und Spurenelemente. Kurgäste tranken das Wasser, das auch für medizinische Bäder gegen diverse Leiden genutzt wurde. In historischen Quellen wurden dem Küpferlingheilwasser Wirkungen bei Verdauungsstörungen, Hautproblemen, Gicht oder anderen Beschwerden zugeschrieben.
Die Küpferling-Quelle lag im Bereich des späteren Kaiserbads in der Nähe der Loretowiese. Mit der Zeit wurde das Gelände überbaut und die eigentliche Quelle wurde zugeschüttet. Heute ist dort kein offener Quellpunkt mehr sichtbar. Nur ein Marmorportal mit Kaiser-Emblem erinnert an die frühere Nutzung als Heilbad. Die Entwicklung von Küpferling fällt in die Zeit, als Rosenheim durch Bahnanschluss und Industrialisierung stark wuchs und neue Wohnungen gebraucht wurden. Genossenschaftliche Bauprojekte gehörten zu den ersten organisierten Wohnungsbauten in Rosenheim und wurden von Eisenbahnern bzw. für Eisenbahner mitgetragen. So entstanden eine Reihe von großen Wohnblöcken, alte Häuser, die Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurden, stehen heute noch.