Nothilfe des Chiemgauer Helferkreises für Zivilbevölkerung

von Redaktion

Vorsitzende Kathi Schmid erschüttert über Angriffe – Obdachlose Familien werden unterstützt

Chiemgau/Ternopil – „Zusammen mit den Menschen in der Ukraine hoffen wir doch alle, dass dieser schreckliche Krieg direkt vor unserer Haustüre bald ein Ende finden möge. Leider sind die Raketen- und Drohnenangriffe nicht nur auf die Zerstörung der Infrastruktur von Wasser und Strom gerichtet, inzwischen gibt es landesweit gezielte Angriffe auf die Zivilbevölkerung mit vielen Toten und Verletzten, auch viele Kinder zählen zu den Opfern“, informiert Kathi Schmid, die Vorsitzende des Chiemgauer Helferkreises, mit aktuellen Nachrichten aus der Erzdiözese in Ternopil in der Ukraine.

Die Menschen in der Ukraine versuchen trotzdem, soweit es geht, ein „normales“ Leben zu führen. Dies wird jedoch zunehmend erschwert, da viele Betriebe schließen müssen, weil es keine Arbeitskräfte mehr gibt. „Keine Arbeit – kein Lohn, keine Versicherung“, lauten die weiteren Nachrichten aus der Erzdiözese in Ternopil. Weiter heißt es: „Durch die massiven Raketenangriffe auf große Wohnblöcke in der Stadt Ternopil haben viele Familien all ihr Hab und Gut verloren. Nach Mitteilung aus Ternopil versuchen die Verantwortlichen, für diese nun obdachlosen Familien eine neue Bleibe zu organisieren und sie mit dem nötigsten Hausstand zu versorgen.“ Dazu antwortet die Helferkreis-Vorsitzende: „Auch unser Verein setzt weiterhin alles daran, den Menschen zu zeigen, dass sie nicht vergessen und auch nicht alleine gelassen sind.“ Zur Versorgung dieser Familien konnte der Verein als Soforthilfe aktuell die Summe von 10.000 Euro zur Verfügung stellen. Ebenso 10.000 Euro wurden zum Ankauf von Dieselkraftstoff für die Aggregate zur Stromversorgung bereitgestellt, denn ohne Strom gibt es kein Wasser und keine Heizung. Eine große Herausforderung sieht Erzbischof Teodor zurzeit bei der Bewältigung der Gewaltbereitschaft und dem Drogen- und Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen. Eine ebenso wichtige kirchliche Aufgabe sieht er in der Betreuung der Hinterbliebenen von gefallenen Soldaten, der Verwundeten und der vielen traumatisierten Menschen, vor allem der Kinder. Er bat um finanzielle Unterstützung für die dafür notwendige spezielle psychologische Ausbildung der Priester und kirchlichen Vertreter, damit diese den schwierigen Aufgaben gerecht werden können. Auch hier konnte der Helferkreis die Schulungskosten in Höhe von 11.000 Euro übernehmen.

In diesem Jahr soll es ebenfalls wieder in den Sommermonaten Freizeitangebote mit psychologischer Betreuung für Kinder und Jugendliche geben. Sowohl in den Karpaten als auch im Wallfahrtsort Zarvanytsja wird es diese Angebote für die allesamt traumatisierten Kinder geben. Die Kosten hierfür wird wieder der Helferkreis zusammen mit den BR-Sternstunden übernehmen. Ferner werden an die Diözese Zuschüsse für die Schulspeisung der Kinder sowie für jeweils etwa 2.500 Essenspakete gegeben, die monatlich an bedürftige Familien kostenlos verteilt werden. „Sternstunden“ übernehmen auch hierfür einen erheblichen Teil der Kosten.

Im vergangenen Jahr konnten zwei große Lkw-Hilfstransporte aus dem Landkreis Rosenheim in die Region Ternopil geschickt werden. Seit Kriegsbeginn haben damit insgesamt 25 Transporte dringend benötigter Hilfsgüter die Region Ternopil erreicht. In diesem Jahr sind wieder zwei Transporte geplant.

Weitere Informationen – auch zum Spendenkonto – sind unter www.helferkreis-ternopil.de zu finden.

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