Piratenschiff erinnert an Diana

von Redaktion

Ein Piratenschiff vor dem Kensington Palace in London ist eine Berühmtheit. Seine Geschichte begann vor 25 Jahren bei einem Spielzeughersteller in Frasdorf. Nun wird das Wahrzeichen, das an Prinzessin Diana erinnert, von der gleichen Firma erneuert und ein zweites Schiff gebaut.

Frasdorf/London – Die Geschichte hinter dem überdimensionalen Piratenschiff der Richter Spielgeräte begann vor mehr als 25 Jahren. Ende der Neunziger saß Peter Heuken, Leiter der Planungsabteilung, in seinem Büro, als kurz vor Feierabend sein Telefon klingelte. „Meiner Erfahrung nach sind Gespräche am späten Abend häufig besonders interessant“, meint Heuken. Damals wusste er noch nicht, dass dieses Telefonat in einem der weltweit bekanntesten Spielplätze enden würde.

Ein Schiff im
Zeichen der Royals

Denn am anderen Ende der Leitung war eine Vertreterin der „Royal Parks”, eine Organisation, die 5000 Quadratmeter der königlichen Gärten rund um London verwaltet. So auch den Kensington Garden, in dem nach dem Tod von Prinzessin Diana im Jahr 1997 ein besonderes Andenken entstehen sollte. Die Idee: „Vor ihrem Wohnsitz, dem Kensington Palace, gab es einen Spielplatz, der vom Peter- Pan-Autor J. M. Barrie gestiftet wurde”, erklärt Heuken. Doch der Ort war in die Jahre gekommen.

Mitten im Spielplatz
vor Anker

Aufgrund des Engagements von Lady Diana für Kinder, sollte der Spielplatz erneuert werden – der Princess of Wales Memorial Spielplatz war geboren. „Und genau hier kamen wir ins Spiel”, sagt Heuken. Die Spielgerätefirma entwickelte das Konzept, in dessen Zentrum ein Piratenschiff im Stil von Peter Pans Rivalen Captain Hook stand. „Die Galeone ist zweifellos das Herzstück des Spielplatzes und liegt direkt in der Mitte vor Anker. Hier klettern Kinder auf die Takelage, erkunden das Deck oder tun so, als würden sie segeln”, beschreibt Andy Williams, Parkmanager des Kensington Gardens.

Seit dem Jahr 2000 steht das Schiff vor dem ehemaligen Wohnsitz von Prinzessin Diana und entwickelte sich zu einem Wahrzeichen. Laut einer Statistik der „Royal Parks” kommen jedes Jahr rund eine Million Besucher auf den außergewöhnlichen Spielplatz. „Der Andrang war irgendwann so groß, dass der Eintritt für die Familien mit einem Zähler geregelt werden musste“, beschreibt der Frasdorfer Entwickler. Zu viele wollten das Schiff erkunden, in den Ausguck klettern, einmal am Steuerrad stehen oder durch das Fernrohr blicken. Doch die Beliebtheit hinterließ Spuren. Nach rund 25 Millionen spielenden Kindern muss das Schiff komplett erneuert werden. Und wieder landete die Anfrage in Frasdorf.

„Dass wir mehr als 25 Jahre später erneut das Vertrauen erhalten haben, eine zweite, weiterentwickelte Galeone für The Royal Parks zu bauen, ist eine große Ehre”, sagt Julian Richter, Geschäftsführer der Richter Spielgeräte.

Das Konzept
hat sich bewährt

Das neue Schiff soll dabei den alten Charme beibehalten, allerdings besser zugänglich sein und noch weitere „interaktive Aktionen” haben. Der Aufwand dahinter ist wie vor 25 Jahren enorm. „Bis das Holz gefällt, bearbeitet, montiert, designt und zusammengebaut ist, durchläuft es rund zehn verschiedene Stationen”, beschreibt Heuken. Am Ende steht ein Piratenschiff, das rund 17 Meter lang sowie zwölf Meter hoch ist.

Finanziell ein
Megaprojekt

Auch finanziell ist der Spielplatz ein Megaprojekt. Wurden im Jahr 2000 rund 1,5 Millionen Euro investiert, ist man mittlerweile bei rund 3,5 Millionen Euro für die Erneuerung angekommen. Das Schiff alleine mache dabei einen hohen sechsstelligen Betrag aus. Nach jahrelanger Planung, rund 1700 Arbeitsstunden und einem intensiven halben Jahr ist das Piratenschiff fertig und wird demnächst die Reise von Frasdorf nach London antreten. In Einzelteilen wird es mit mehreren Lastern transportiert. Im Sommer 2026 können die Kinder im Kensington Park die Segel setzen.

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