Irschenberg – In einen neugewählten Vorstand setzt der „Südostbayerische Verband der Obst- und Kleinbrenner“ in den kommenden zwei Jahren ihr Vertrauen. Nach einstimmigem Votum tritt Wolfgang Hillrainer aus Adelshofen als Vorsitzender die Nachfolge von Kajetan Schnitzer an, der sich aus privaten Gründen nicht mehr für das Spitzenamt des Verbandes zur Verfügung stellte.
Das Amt des Zweiten Vorsitzenden bekleidet Simon Eder vom Wachingerhof aus Bad Feilnbach. Christian Stocker bleibt weiterhin Kassier. Gerti Seebacher und Martin Hiendl fungieren erneut als Kassenprüfer. Als Beisitzer sind vertreten Ludwig Westenthanner (Altötting), Kajetan Schnitzer (Traunstein), Johann Zehetmaier und Marinus Gasteiger (Bad Feilnbach), Hubert Graf (Weilheim), Laura Simon (Kochel), Brigitte Schauer (Bad Tölz), Fritz Wieland (Niederbayern), Georg Schnitzenbaumer (Rosenheim-West), Johann Guggenbichler (Rosenheim-Süd) sowie Andreas Liedschreiber und Josef Werndl junior (Miesbach).
Das Referendum leitete Edelbrand-Sommelier Benedikt Pointner aus Pemmering. Beschlossen wurden ferner Änderungen und redaktionelle Anpassungen der Satzung sowie eine unvermeidbar gewordene Anhebung der jährlichen Mitgliedsbeiträge von derzeit 65 Euro auf künftig 75 Euro.
Dies ergaben die turnusmäßigen Neuwahlen der diesjährigen Mitgliederversammlung, die im Trachtenvereinsheim in Irschenberg stattfand. Neben zahlreichen Obst- und Kleinbrennern aus dem Verband hieß ihr bis dato amtierender Vorsitzender Kajetan Schnitzer Irschenbergs Bürgermeister Klaus Meixner, die beiden Mitglieder im Bayerischen Landtag, Sebastian Friesinger (CSU) und Andreas Winhart (AfD), den Vorsitzenden der Klein- und Obstbrenner, Alois Gerig, den Vorsitzenden vom Kleinbrennerverband Südwürttemberg-Hohenzollern, Andreas Metzler, sowie die Geschäftsführerin vom Bundesverband der Klein- und Obstbrenner, Silke Ecker-Lion, willkommen.
Die Herstellung von Edelobstbränden gehört seit dem vergangenen Jahr zum „Immateriellen Kulturerbe – Handwerkliche Brennkunst“ der Unesco. Gemeinsam für Qualität, Tradition und Zukunft stehen die Obstbrenner. Sie nehmen sich „trotz herausfordernden und immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen viel Zeit zur Herstellung ihres hochwertigen Erzeugnisses“, wie Alois Gerig in seinen Grußworten hervorhob. Bürgermeister und Hausherr Klaus Meixner zollte den Anwesenden Respekt und Anerkennung für ihre Arbeit und Aufrechterhaltung einer unverzichtbaren Kultur.
Dem Bericht des scheidenden Vorsitzenden Kajetan Schnitzer zufolge gehören derzeit 606 Mitglieder dem Verband an. Die Zahlen seien gegenüber den Jahren stabil geblieben, dennoch zeichne sich Zuwachs an jungen Brennern auf Landes- und Bundesebene als schwierig ab.
Der Verband beteiligte sich an einer Sitzung sowie an einem Zoom-Meeting des Bundesverbandes und Klausurtagung in Prien und verabschiedete ihren ehemaligen Bundesgeschäftsführer Gerhard Erdrich.
Laut Verbandsgeschäftsführerin Andrea Westenthanner wurden im vergangenen Jahr elf Kurse angeboten und fünf davon abgesagt. 100 Personen genossen von acht Referenten eine vorbildliche Schulung. Kontaktpflege nutzten Mitglieder bei Brennerstammtischen sowie Informationen über Newsletter und Whatsapp-Gruppen. Kurse, Seminare und eine Lehrfahrt stehen auch heuer auf dem Programm.
Stolz dürfen nach Aussage von Silke Ecker-Lion in ihrem Bericht Obst- und Kleinbrenner über die Auszeichnung der Unesco als gelebte Kultur über Generationen hinweg sein. Sie bietet gleichermaßen die Chance zum Sichtbarwerden – etwa auf Etiketten oder mittels Plakette an Brennereien und Hofläden. In ihrem Bericht verwies sie auf die künftige Onlineverpflichtung bei Abfindungsanmeldungen für Abfindungsbrenner und Stoffbesitzer über „zoll-portal.de“. pes