Rosenheim – Was sind Ihre Themenschwerpunkte für den Landkreis Rosenheim? Das wollten wir von Landratskandidat Sepp Hofer (Freie Wähler Bayern) wissen. Das ist sein Beitrag.
Hofer: Ein lebenswerter Landkreis entsteht dort, wo Politik zuhört, erklärt und gemeinsam gestaltet. Der offene Austausch mit Bürger/innen, Gemeinden und Verantwortlichen vor Ort ist für mich zentral. Entscheidungen dürfen nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg getroffen werden.
Gerade bei sensiblen Themen wie der Unterbringung von Geflüchteten braucht es Transparenz, frühzeitige Information und ehrliche Kommunikation. Dafür stehe ich: für eine Politik, die Verantwortung übernimmt, klar entscheidet und die Menschen im Landkreis Rosenheim in den Mittelpunkt stellt.
Im Zentrum meiner Arbeit steht die Stärkung unserer Städte und Gemeinden. Sie sind das Rückgrat unserer Heimat, werden aber zunehmend durch Aufgaben von Bund und Land überlastet. Ich setze mich für eine faire Finanzausstattung, weniger Bürokratie und mehr kommunale Freiheit ein. Bürgermeister und Gemeinderäte sollen gestalten können, statt verwalten zu müssen.
Serviceorientiertes
Landratsamt
Steuergeld muss verantwortungsvoll eingesetzt werden, damit vor Ort investiert werden kann – in Schulen, Kinderbetreuung, Infrastruktur, Vereine und Ehrenamt. Dazu gehört ein serviceorientiertes Landratsamt: Verwaltung soll unterstützen und Vertrauen schaffen – nicht ausbremsen. Bürgersprechstunden und öffentliche Bürgerversammlungen sind für mich selbstverständlich.
Ein klarer Schwerpunkt ist bezahlbarer Wohnraum. Familien, junge und ältere Menschen sollen im Landkreis bleiben können. Ich stehe für eine aktive kommunale Wohnpolitik, für Innenentwicklung statt Flächenverbrauch, faire Bodenpreise sowie genossenschaftliche und kommunale Wohnmodelle. Schlanke, pragmatische Verfahren sind dabei entscheidend. Wohnen ist kein Spekulationsobjekt, sondern Grundlage für Heimat, Sicherheit und Zukunft.
Beim Brenner-Nordzulauf vertrete ich eine klare Haltung: Nein zur Neubautrasse. Ich stehe an der Seite der betroffenen Bürger/innen und Gemeinden und fordere eine ehrliche Bedarfsprüfung. Verkehrspolitik muss Nutzen bringen – nicht zusätzliche Belastungen für unsere Region.
Auch in der Asylpolitik setze ich auf Klarheit und Verantwortung. Menschlichkeit und Ordnung gehören zusammen. Schutz für Menschen in Not, eine gerechte Verteilung im Landkreis, transparente Entscheidungen und die frühzeitige Einbindung der Bevölkerung sind entscheidend. Gleichzeitig braucht es konsequente Verfahren und klare Regeln für Menschen ohne Bleiberecht, damit unsere Gemeinden nicht überfordert werden und das Vertrauen in den Rechtsstaat erhalten bleibt.
Ein weiteres Anliegen ist die Gesundheitsversorgung. Ich stehe klar zum Erhalt aller vier Klinikstandorte in Bad Aibling, Prien, Wasserburg und Rosenheim – inklusive leistungsfähiger Notaufnahmen. Gesundheit ist Teil der Daseinsvorsorge. Gleichzeitig setze ich auf bessere überregionale Zusammenarbeit, moderne Strukturen und eine wertschätzende Personalpolitik für Pflegekräfte und medizinisches Personal.
Klima- und Naturschutz verfolge ich mit Vernunft. Wirksamer Hochwasserschutz, erneuerbare Energien und der Schutz unserer Natur müssen pragmatisch umgesetzt werden. Zudem braucht es einen effizienten öffentlichen Nahverkehr, der sich am tatsächlichen Bedarf orientiert – keine leeren Busse auf Kosten der Steuerzahler.
Mein Politikstil ist klar: zuhören, erklären, handeln. Bürgernähe, Transparenz und Verlässlichkeit sind Maßstab meines Handelns. Ich will einen lebenswerten Landkreis – stark in seinen Gemeinden, sozial ausgewogen, wirtschaftlich vernünftig und fest verwurzelt in unserer Heimat.