Steckbrief

von Redaktion

Rosenheim – Was sind Ihre Themenschwerpunkte für den Landkreis Rosenheim? Das wollten wir von Landratskandidat Josef Fortner (ÖDP/Parteifreie Umweltschützer) wissen. Das ist sein Beitrag.

Fortner: Die Kommunalwahl ist Daseinsvorsorge für Mensch sowie Klimaschutzwahl. Dazu braucht es Parteien und Personen, die eine echte Wende wollen – weg vom Wachstumsdenken hin zu Lebensqualität, Erhalt unserer Lebensgrundlagen, sozialer Gerechtigkeit und hin zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

Verkehrswende: Durch den Beitritt zum MVV als organisatorischer Rahmen bleibt es aber weiterhin für den Landkreis als Aufgabenträger des Nahverkehrsplans dabei, den individuellen Pkw-Verkehr vom Landkreis in die Stadt zu den Bussen zu verlagern. Die ÖDP setzt sich für eine größere Rosenheim-MVV-Zone (mit den direkten Anliegergemeinden) „Ro+“ ein, damit Einzeltickets günstiger werden, um die Luftbusse vollzukriegen und den Straßenverkehr zu entlasten. Im Landkreis sollten werktags von 6 bis 22 Uhr stündlich Fahrten angeboten werden. Zusätzliche Linien, Nachtlinien oder Sonntagsfahrten sollten anfangs mit stündlichen Rufbussen gefahren werden.

Erfahrung mit Verkehrsbehörden habe ich als Teilnehmer am historischen Planungsdialog zum Ausbau der A8 gesammelt.

Brennerzulauf und A8: Die derzeitige Planung beruht auf überzogenen Prognosezahlen, und es sollte die Bahn-Bestandsstrecke umfassend mit Lärmschutz und Steuertechnik modernisiert werden. Zum andern reicht es für die A8, den Bestand mit zusätzlicher Standspur und Lärmschutz (wie in Österreich), verbunden mit Tempolimit 120, zu sanieren.

Energiewende: Für die Energiewende sollte der Landkreis ein ökologisches, ganzheitliches und zukunftsorientiertes Energiekonzept mit dem Ziel, 100-prozentig erneuerbare Energie bis 2035 zu erarbeiten, sowie alle Möglichkeiten nutzen, um mehr Photovoltaik, Windenergie und Speicherung von Energie zu erhalten; trotz widriger Gesetzeslage. Der Landkreis hat auf Antrag der ÖDP beim Landratsamt-Hauptgebäude begonnen, auf dem Dach PV-Elemente anzubringen.

Wohnungsbau: Der Landkreis, und vor allem die Gemeinden, müssen im sozialen, öffentlichen Wohnungsbau aktiver werden, um der Wohnungsknappheit und teuren Mietpreisen entgegenzuwirken. Wirtschaftsförderung in unserem boomenden Landkreis ist eigentlich nicht nötig, und Gewerbeansiedlungen sollten nur in Verbindung mit betrieblichem Wohnungsbau realisiert werden.

Umwelt und Landwirtschaft: Es sollten örtliche Betriebe sowie die bäuerliche Landwirtschaft in einem umweltverträglichen Rahmen durch die Kommunalpolitik unterstützt werden. Ebenso sollte der sanfte Tourismus im Landkreis gefördert werden. Gesundheit ist unser höchstes Gut! Unter Krebserregungsverdacht stehende Produkte, zum Beispiel Glyphosat und neue Technologien wie Mobilfunk, dürfen nur zugelassen werden, wenn keine Gefahr für die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen besteht. Das Vorsorgeprinzip und Daseinsvorsorge ist Aufgabe der kommunalen Ebene.

Wasser: Es ist unsere Lebensgrundlage. Als öffentliches Gut muss es vor kommerziellen Interessen, übermäßiger Entnahme und Privatisierung geschützt werden. Ich fordere auch ein Wasserentnahme-Kataster zur genauen Erfassung. Unser Trinkwasser muss öfter und gründlicher auf Pestizidrückstände und Chemikalien (zum Beispiel PFAS) kontrolliert werden.

Zudem braucht es klare Regeln zum Schutz der Bäche, Moore und Seen vor Pestizid- und Nährstoffeintrag.

Ich betone: Nur in der ÖDP finde ich ein ganzheitliches politisches Konzept, wo sich widerspruchsfrei Fortschritt mit ökologischer, sozialer und familienfreundlicher Politik verbinden lässt. Um diese Politik zum Wohle aller umzusetzen, kandidiere ich, ÖDP-Kreisrat Josef Fortner aus Rohrdorf, auf Platz 1 als Spitzenkandidat der Kreistagsliste und Bewerber für die Landratswahl der ÖDP/PU und würde mich über Ihre Stimme freuen.

Fortschritt mit Schutz von Mensch und Klima verbinden

Artikel 1 von 11