Sicherheitskonzepte weiterentwickelt

von Redaktion

Die Vorbereitungen für die Faschingsumzüge und Feiern in der Region laufen auf Hochtouren. Im Mittelpunkt steht dabei die Sicherheit der Besucher. Veranstalter, Städte und die Polizei stehen in engem Austausch und haben ihre Sicherheitskonzepte aus dem Vorjahr an vielen Stellen weiterentwickelt, um ein friedliches Feiern zu gewährleisten.

Rosenheim/BadAibling/ Neubeuern/Rohrdorf – Es ist ein fester Termin im Kalender zahlreicher Rosenheimer: Am Faschingsdienstag (14. Februar) findet auf dem Max-Josefs-Platz das große Faschingstreiben statt. Von 12.30 bis 22 Uhr wird den kleinen und großen Narren ein buntes Programm geboten. So gibt es neben den Auftritten zahlreicher Faschingsgilden auch einen DJ, der für die entsprechende Stimmung sorgt.

Damit sich die Besucher um die Sicherheit keine Gedanken machen müssen, laufen die Vorbereitungen bereits seit einigen Wochen auf Hochtouren. „Wir stehen im engen Austausch mit dem Veranstalter und der Stadt Rosenheim“, bestätigt Hauptkommissar Robert Maurer auf OVB-Anfrage. Das Sicherheitskonzept aus dem Vorjahr sei bereits sehr gut gewesen. „Wir haben es uns aber trotzdem noch einmal angeschaut und an der ein oder anderen Stelle weiterentwickelt“, fügt Maurer hinzu. Auch deshalb gehe man vonseiten der Polizei „gut gerüstet in das Faschingstreiben“. Ähnlich bewertet Kathrin Schrubar die Situation. Sie ist die Geschäftsführerin vom Rosenheimer Citymanagement, dem Veranstalter des Faschingstreibens. „Wir werden die Sicherheitsvorkehrungen wieder handhaben wie im vergangenen Jahr. Da hat die Kombination aus Beton- und mobilen Sperren gut gepasst“, sagt sie auf OVB-Anfrage. Zudem gebe es einen Sicherheits- und Sanitärdienst. Auch die Polizei habe ein Auge auf die Veranstaltung. „Ich denke, so schaffen wir einen guten Sicherheitsstandard und freuen uns auf ein friedliches und lustiges Faschingstreiben“, fügt sie hinzu. Auch andernorts wird seit Wochen intensiv am Sicherheitskonzept gefeilt. In Neubeuern, wo alle zwei Jahre ein großer Faschingszug stattfindet, liefen die Vorbereitungen für den Höhepunkt im „Neubeurer Gamsgebirg“ bereits seit November auf Hochtouren. Das Sicherheitskonzept wurde weiter optimiert, Rettungs- und Fluchtwege sind abgestimmt. Am gestrigen Sonntag tanzte ganz Neubeuern auf dem Marktplatz Samba – gefeiert wurde diesmal „Carneval in Rio“. Eine Woche später – am 15. Februar – steht Rohrdorf Kopf: Innerhalb weniger Sekunden wird das ganze Dorf zurück in die Steinzeit katapultiert. Ab 10 Uhr sind sämtliche Zufahrtsstraßen zum Ortskern gesperrt – denn dann ziehen Prinzessin Kathrin II., Herrin über Stein und Flamme der Hollinger Höhen, und Prinz Michael I., furchtloser Mammutjäger des Rohrdorfer Stammes, hoch zu Mammut durch die Gassen.

Ab 12 Uhr beginnt das steinzeitliche Faschingstreiben im Ort, ehe sich gegen 14 Uhr der Gaudiwurm in Bewegung setzt. Mindestens 30 Gruppen mit Fußvolk und festlich geschmückten Wagen werden erwartet. Die Zuschauer dürfen sich auf mitreißende Showeinlagen der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft freuen, zudem haben zahlreiche Garden aus der Region ihr Kommen zugesagt.

Für Sicherheit ist bestens gesorgt: Das bewährte Sicherheitskonzept steht, neu ist in diesem Jahr die zusätzliche Absicherung aller Zufahrtsstraßen mit Lkw. Neben den Feuerwehren der Gemeinde Rohrdorf sorgen das BRK sowie die Polizei Brannenburg für einen reibungslosen Ablauf. „Mit zwei bis drei Streifen sind wir planmäßig vor Ort – und sollten mehr Kräfte nötig sein, sind wir schnell zur Stelle“, heißt es auf OVB-Anfrage aus der Polizeiinspektion. Der Faschingszug klingt am Abend im Sportheim am Turner Hölzl aus. Gegen 20 Uhr beamt sich Rohrdorf schließlich wieder aus der Steinzeit zurück in die Gegenwart – dann darf auch der Verkehr wieder durch den Ort rollen.

Einer der größten
Faschingszüge

Auch die Vorbereitungen in Bad Aibling laufen auf Hochtouren. Am Sonntag, 15. Februar, soll sich „einer der größten Faschingszüge Oberbayerns“, wie es der Veranstalter ankündigt, wieder durch die Kurstadt schlängeln. Beginn des Zuges ist wie gewohnt um 13.33 Uhr, ein Auftritt der Garde und des Prinzenpaares ist bereits um 12.40 Uhr am Marienplatz geplant. „Grundsätzlich sind wir, wie bei allen Veranstaltungen, in engem Austausch mit der Stadt und dem Veranstalter“, erklärt eine Sachbearbeiterin der Polizeiinspektion Bad Aibling, die für die Sicherheitsplanung des Umzuges zuständig ist. Der Veranstalter habe ein Sicherheitskonzept vorgelegt, das die Polizei geprüft hat.

„Es gilt dabei, eventuelle Gefahrenprognosen zu stellen, mit denen wir dann gegebenenfalls auf entsprechende Situationen reagieren können.“ Die Sicherheitsplanung befinde sich in den letzten Zügen, erklärt die Beamtin. Wie üblich wird es während des Faschingszuges zu Streckensperrungen und Umleitungen kommen. „Wir bitten alle Teilnehmer, sich an die Beschilderungen und Weisungen der Polizei und des Veranstalters zu halten“, sagt sie.

Dabei bestätigt sie, dass aufgrund aktueller Lagen in Deutschland und weltweit mittlerweile ein großer Fokus auf der Sicherheit liege. „Die Sicherheitskonzepte werden dementsprechend stetig weiterentwickelt und es wird nachjustiert“, betont die Beamtin der PI Bad Aibling. Dies sollte jedoch niemanden beunruhigen, sondern vielmehr ein Gefühl der Sicherheit vermitteln.

Mit großem
Aufwand verbunden

Für den Veranstalter des Faschingszuges, die Faschingsgilde Bad Aibling, ist der Sicherheitsaspekt freilich auch mit großem Aufwand verbunden. „Wir brauchen beispielsweise deutlich mehr Security als früher“, erklärt Präsident Stefan Seidel. Hinzu kämen diverse Sicherheitsvorkehrungen, etwa das Aufstellen sogenannter „Terrorsperren“ zur Absicherung. Neben zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen seien zudem Reinigungsarbeiten, Personalkosten, die ausgeliehene Technik oder auch Investitionen in Feuerwehr oder BRK kostspielig. „Insgesamt entstehen dabei Kosten in Höhe von 35.000 bis 45.000 Euro“, sagt Seidel.

Bei der Finanzierung der vielen Auflagen und Maßnahmen soll seit vielen Jahren der Verkauf sogenannter Zugzeichen helfen. „Das ist eine kleine rot-weiße Fahne mit Nadel, die sich die Besucher der Strecke an die Kleidung heften können“, erklärt der Präsident. Offiziell handle es sich hierbei um einen freiwilligen Eintritt, der nach dem Faschingszug aber etwa als Zugangsvoraussetzung für die „After-Zug-Party“ in der Aiblinger Ausstellungshalle dient. „Allein durch den Verkauf der Zugzeichen, die jeweils drei Euro kosten, kommen wir bei allen Aufwendungen nicht auf null raus“, stellt Seidel klar. Jedoch würden Teilnehmer auch durch den Erwerb von Speisen und Getränken an der Finanzierung mitwirken. Bei aller Vorbereitung, die auch aufgrund der wachsenden Sicherheitsauflagen „stressig wie immer ist“, freut sich Stefan Seidel dennoch auf das Faschingstreiben. Dabei hebt er die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und den Sicherheitsbehörden ausdrücklich hervor.

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