Rosenheim – „Was macht den Arbeitgebern Dampf? Arbeitskampf!“ Mit lauten Rufen, Pfeifen und Warnwesten versammelten sich am gestrigen Dienstag rund 70 Beschäftigte zu ebendiesem vor der Technischen Hochschule (TH) Rosenheim. Dazu aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi.
Die Aktion fand bewusst einen Tag vor der dritten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt des Öffentlichen Dienstes der Länder statt. Nach Angaben der Gewerkschaft ist der Hintergrund ein bislang fehlendes, annehmbares Angebot der Arbeitgeberseite, der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Domingo Heber, Gewerkschaftssekretär bei Verdi, machte gegenüber dem OVB die zentralen Forderungen deutlich. Verdi verlangt eine Entgelterhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro mehr pro Monat. Für Auszubildende und Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um monatlich 200 Euro steigen. Zudem fordert die Gewerkschaft eine unbefristete Übernahme nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Situation studentischer Beschäftigter. Für sie soll ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt eingeführt werden. Der neue Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Länder soll nach den Vorstellungen von Verdi eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.
„Wir fordern einen gerechten Lohn und mehr Wertschätzung“, erklärte ein Streik-Teilnehmer vor Ort. „Wir wollen nicht überdurchschnittlich viel – wir sind keine Manager –, aber es muss passen und zum Leben reichen“, ergänzte er.
Diese Themen griff auch die zweite Rednerin der Kundgebung auf. Maria Laube vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) betonte in ihrem Beitrag insbesondere die Bedeutung von Wertschätzung und Solidarität innerhalb der Belegschaften.
Vonseiten der Hochschule Rosenheim hieß es, dass der Warnstreik keine Auswirkungen auf den laufenden Hochschulbetrieb gehabt habe. Lehrveranstaltungen und Verwaltungsabläufe seien nicht beeinträchtigt worden. Wie die Hochschule den Streik inhaltlich beurteilt, dazu nahm die TH Rosenheim auf OVB-Nachfrage keine Stellung. Die Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst der Länder werden in den kommenden Tagen fortgesetzt.
Peter Huber