Spatenstich für ein Mega-Projekt

von Redaktion

Der Verpackungsspezialist Krones bündelt seine Produktion in Bad Aibling. Auf dem ehemaligen Kasernengelände entsteht für eine Investition im zweistelligen Millionenbereich ein neues Werk. Nach dem Spatenstich soll der Bau bis August 2027 fertiggestellt sein und Platz für 250 Mitarbeiter sowie 50 Auszubildende bieten.

Bad Aibling – Ganze 14 Jahre lang wurde getüftelt, was im Bad Aiblinger Gewerbegebiet passieren soll. Mittlerweile ist klar: Die Firma Krones wird einziehen und ihre Produktion im Technologiepark Mietraching „bündeln“. Beim Spatenstich am ehemaligen Aiblinger Kasernengelände trafen sich daher am gestrigen Dienstag alle, die etwas zu dem Mega-Projekt beigetragen haben.

Eine ungewöhnliche
Kooperation

So auch Walter Schatt, Gründer von Schattdecor sowie der Retis Holding, dem die Fläche des Gewerbegebiets Mietraching gehört. Er steckte den mitgebrachten Notizzettel mit allen Eckdaten schnell wieder weg und erzählte stattdessen frei, wie sehr er die Zusammenarbeit mit dem Verpackungsspezialisten Krones schätzt. „Die Verhandlungen liefen von Anfang an fair und auf Augenhöhe, das ist nicht selbstverständlich“, meinte Schatt. Gerade dann, wenn es sich um zwei der größten Firmen in der Region Rosenheim handelt.

Auch für den künftigen Mieter Krones, vertreten durch den Vorstand Ralf Goldbrunner, sind die 30.000 Quadratmeter Gesamtfläche eine ungewöhnliche Kooperation. „Normalerweise müssen wir nehmen, was schon da steht. Hier wird so gebaut, wie wir es brauchen“, sagt Goldbrunner.

Konkret bedeutet das 12.000 Quadratmeter für die Produktion, 4.000 Quadratmeter für Büroräume sowie 2.000 Quadratmeter an Ausbildungs- und Werkstattflächen.

Nach dem symbolischen Spatenstich wird die Firma Goldbeck als regionales Bauunternehmen die Arbeit aufnehmen. „Als Erstes müssen wir den Untergrund stabilisieren“, erklärt Felix Limmer, Leiter der Goldbeck-Zentrale in Rosenheim. Im Juni 2026 sollen dann die ersten Stützen des Gebäudes in den Boden kommen. Im August 2027 soll das gut 14 Meter hohe Gebäude fertig sein.

Für Krones bedeutet der Umzug nach Bad Aibling vor allem eine zentrale Fläche, die kleinere Standorte wie in Kirchdorf oder Kiefersfelden ersetzen wird. Dort wird der Betrieb im Gegenzug eingestellt. Insgesamt finden in der neuen Produktion 250 Mitarbeiter sowie rund 50 Auszubildende Platz.

Investition von mehr
als 60 Millionen Euro

„Hätte es das vor 45 Jahren schon gegeben, hätte ich wahrscheinlich hier meine Ausbildung gemacht“, meinte die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner beim Spatenstich augenzwinkernd. Doch damals war das Gebiet ein Stützpunkt der US-Armee. Seit 2004 lag das Gelände brach, bis die Retis Holding die insgesamt 80.000 Quadratmeter aufkaufte. „14 Jahre lang haben wir investiert, 15.000 Kubikmeter Erde nach Schadstoffen untersucht und sämtliche Flächen hergerichtet“, beschreibt Retis-Geschäftsführer Hartmut Auer. Demnach werden rund 60 bis 80 Millionen Euro in die Entwicklung des gesamten Geländes investiert, von dem Krones nun einen großen Teil belegen wird.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist laut dem Rosenheimer Landrat Otto Lederer ein klares Signal für die Entwicklung der regionalen Wirtschaft. „Wenn sich zwei so starke Partner aus der Region zusammentun, ist das etwas Besonderes“, betont Lederer. Das bestätigt auch Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier. „Es gibt wenige Projekte, die den Bauausschuss von Anfang an begeistern“, meinte er. Doch die Zusammenarbeit von Retis und Krones sei direkt gut angekommen. „Es bleibt somit nur noch, viel Glück für den Bau zu wünschen, damit wir uns alle im August 2027 wiedersehen“, meinte Schlier abschließend.

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