Rosenheim/Traunstein – Großen Auflauf gab es jüngst im Traunsteiner Landgericht: Sieben Angeklagte mit elf Verteidigern, dazu Vertreterinnen der Jugendgerichtshilfe und des Kreisjugendamtes sowie etliche Polizisten drängten sich im Verhandlungssaal. Vor Gericht stehen sieben Männer aus Rosenheim, alle zwischen 19 und 21 Jahre alt. Die Angeklagten sind deutscher, türkischer und kroatischer Staatsangehörigkeit.
Späteres Opfer durch
die Stadt verfolgt
Was wirft man den Männern vor? In der Nacht auf den 25. Mai 2025 kam es vor einem Lokal in der Ebersberger Straße in Rosenheim zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Dabei wurde einer der Angeklagten, ein 22-jähriger Rosenheimer, verletzt. Im Laufe des Tages planten die Männer dann, dem Kontrahenten „aus Rache einen Denkzettel zu verpassen“, so die Staatsanwaltschaft. Gegen 19 Uhr habe man ihn mit zwei Autos durch die Stadt verfolgt. Als er schließlich wieder vor der Bar in der Ebersberger Straße parkte, seien fünf der sieben Angeklagten auf ihn losgestürmt, hätten auf ihn eingeschlagen und eingetreten – auch auf den Kopf.
Der Hauptangeklagte, ein 21-jähriger Deutscher, hätte dabei „in Tötungsabsicht mit einem spitzen Gegenstand“ auf den Rücken des Geschädigten eingestochen. Der Mann erlitt dabei etliche Prellungen und Verletzungen am ganzen Körper. Danach machten sich alle sieben aus dem Staub, so die Staatsanwaltschaft.
Verteidiger-Anträge
bremsen Prozess aus
Dem Hauptangeklagten wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Vier Angeklagte sind wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, zwei weitere wegen Beihilfe. So richtig ins Rollen kam der Prozess am ersten Verhandlungstag aber noch nicht. Verteidiger Marc Herzog beanstandete, er sei über die Besetzung des Gerichts nicht fristgerecht informiert worden. Der Anwalt forderte, den vollständigen Geschäftsverteilungsplan des Landgerichts Traunstein vorzulegen. Dem möchte die Vorsitzende Richterin Heike Will nachkommen. Auch über einen Befangenheitsantrag des Rechtsanwalts Johannes Makepeace muss noch entschieden werden.
Die Verhandlung wird am 16. Februar in Traunstein fortgesetzt. Verteidiger Herzog kam damit auch der Verlesung der eigentlichen Anklageschrift zuvor. So weit kam es am ersten Verhandlungstag vor dem Landgericht ebenfalls nicht. Xaver Eichstädter