Rosenheim – Vier Tage lang haben sich acht Schülerinnen der FOS/BOS – alle aus elften Klassen im Alter von 16 oder 17 Jahren –in einer Projektarbeit in Kooperation mit der AOK Rosenheim und der Agentur Kulturdesign in Nürnberg mit dem Thema „Depression im Jugendalter“ auseinandergesetzt.
Dann haben sie das Theaterstück „Icebreaker“ als Premiere in der Schule vor Eltern, Freunden und Lehrern aufgeführt, das vom Leiter der Agentur Kulturdesign, Jean-Francoise Drozak, entwickelt und von der AOK als Präventionskampagne anerkannt ist.
In den Hauptrollen standen Anouk Pham als Rikky und Elnaz Piruzi als Anna. Beide Schülerinnen zeigten in verschiedenen Alltagsszenen (in der Nacht, vor dem Frühstück, bei Hobbys oder am Geburtstag) zwar eigenwilliges, aber durchaus jugendtypisches Verhalten. Die Zuschauer wurden nach einzelnen Abschnitten im Stück als Art Ärztekollektiv mit eingebunden.
In weiteren Rollen überzeugten Bohdana Kadurina (Rikkys Freundin), Klea Spahijaj (Rikkys Schwester), Blerka Zeka (Rikkys Mutter), Aliyah Mai (Annas Freundin), Carla-Eva Mihes (Annas Schwester), und Elnaz Sherjan (in einer Doppelrolle von Annas Mutter und als Psychologin) mit treffenden selbst kreierten Dialogen und passender Mimik und Gestik. Das Ziel des Stückes, dass die Zuschauer erkennen, wie sich psychische Erkrankungen oft schleichend und zunächst unbemerkt entwickeln kann, ist gelungen. Verdachtsmomente einer beginnenden oder vorhandenen Depression wurden herausgearbeitet. Auch, dass Depression eine heilbare Krankheit ist.
Stellvertretende Landrätin Andrea Rosner (Bündnis 90/ Die Grünen) wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass eine Depression jeden treffen kann. Laut Deutscher Depressionshilfe waren 45 Prozent der Bürger entweder als selbst Erkrankter oder als Angehöriger im direkten Umfeld von einer Depression betroffen. Robert König, stellvertretender Direktor der AOK Rosenheim, sagte, dass „gesunde Kids für eine gesunde Zukunft stehen“. Deshalb sei es wichtig, möglichst früh zu erkennen, ob „ein schlechter Tag“ dem Stimmungswandel Jugendlicher entspreche oder ob sich dahinter eine Depression verbirgt. Wichtig sei es, dass Betroffene wissen, wo sie Unterstützung finden.
Schulleiterin Vilma Sieß zählte allerhand schulinterne Fachkräfte auf, die bei Anzeichen depressiver Verstimmungen erste Hilfe leisten und an Fachstellen weitervermitteln können. „Die Fachkräfte an der Schule sind gut vernetzt mit externen Hilfsangeboten“, sagte Sieß.
Die Schulleiterin dankte den „top motivierten“ Schauspiel-Schülerinnen, die viel Spaß an den Proben hatten und allen Beteiligten, um dieses wichtige Projekt zu realisieren. Am nächsten Tag wurde das Stück vor den Schülern der FOS/BOS aufgeführt.
zaa