Vom Räuber fehlt weiter jede Spur

von Redaktion

Nach dem Überfall auf eine Annahmestelle für Sportwetten in Pfraundorf

Raubling – Dieser Fall weckt Erinnerungen. Ein Angestellter einer Annahmestelle für Sportwetten an der Rosenheimer Straße in Pfraundorf muss am späten Mittwochabend, 11. Februar, gerade dabei gewesen sein, seinen Arbeitstag zu beenden, als gegen 23.30 Uhr auf einmal ein bislang unbekannter Mann in den Laden stürmte. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd später mitteilen wird, soll es sich dabei um einen 15 bis 19 Jahre alten Mann gehandelt haben.

Kurz nach dem Betreten des Wettbüros zog der junge vermummte Mann, der mit einer schwarzen Daunenjacke sowie einer Sporthose mit weißen Streifen bekleidet war, rund 1,70 Meter groß ist und Deutsch mit Akzent sprach, eine Handfeuerwaffe und richtete sie sofort auf den Mitarbeiter. Mit der Waffe in der Hand forderte der Unbekannte den Wettbüro-Angestellten auf, ihm das ganze Geld aus der Kasse und dem Tresor zu geben. Danach flüchtete er mit einem niedrigen fünfstelligen Betrag in eine unbekannte Richtung.

Der Mitarbeiter sei dabei nicht verletzt worden, sagt Daniel Katz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Vom Täter fehlt hingegen trotz einer sofort eingeleiteten Großfahndung mit mehreren Streifen umliegender Polizeidienststellen und Beamten der Bundespolizei immer noch jede Spur. Auch zwei Tage später hat sich daran nichts geändert. „Die Ermittlungen der Kriminalpolizei unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft laufen“, sagt Daniel Katz.

Im Moment liege der Fokus der Ermittlung auf Zeugenbefragungen, Vernehmungen und auf der Auswertung der Spuren am Tatort. „Das sind aufwendige Prozesse, die Zeit in Anspruch nehmen und nicht so schnell gehen, wie im Fernsehen manchmal dargestellt wird“, sagt Katz. Auch werde weiter nach Zeugen gesucht. Jeder, der am Mittwochabend an der Rosenheimer Straße etwas Verdächtiges beobachtet hat, solle sich unter Telefon 08031/200 melden. Solange die Ergebnisse nicht vorliegen, könne Katz – auch aus ermittlungstaktischen Gründen – nicht mehr sagen. „Mit den Auswertungen erhoffen wir uns entsprechende Erkenntnisse und neue Ermittlungsansätze“, betont der Polizist.

Ein Ansatz ist dabei, dass die Beamten einen möglichen Zusammenhang zu einem Vorfall aus dem vergangenen Jahr prüfen. Im März 2025 wurde die Wettannahmestelle in Raubling schon mal überfallen. Damals das gleiche Muster: Gegen 23 Uhr tauchte ein Mann mit schwarzem Tuch und einer Sonnenbrille im Gesicht mit einer Pistole in dem Büro auf und forderte Bargeld – allerdings auf Hochdeutsch. Auch er entkam unerkannt. „Mögliche Verbindungen zwischen den Fällen überprüfen wir vollumfänglich“, sagt Katz.

Wie ein Sprecher der Wettannahmestelle auf OVB-Anfrage mitteilt, habe es sich bei den beiden Überfällen nicht um denselben Mitarbeiter gehandelt. Auch das Unternehmen will jetzt alles für die Aufklärung unternehmen. „Wenn ein Überfall geschieht, arbeiten wir sehr eng mit der Polizei zusammen, um den Täter schnellstmöglich ausfindig zu machen“, sagt der Sprecher. Zudem gebe es in den Wettannahmestellen verschiedene Sicherheitsvorkehrungen. Julian Baumeister

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