Befreiungzum Leben

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Manchmal merkt man erst, wie voll etwas ist, wenn nichts mehr geht. Selbst das Smartphone mit seinen unendlichen Möglichkeiten läuft auf einmal immer langsamer und meldet irgendwann: „Speicher fast voll.“ Wenn man dann anfängt, doppelte Bilder und längst vergessene Dateien zu löschen, geht alles wieder schneller und leichter.

Der Aschermittwoch ist wie so eine ehrliche Systemmeldung für die Seele. Er sagt nicht: Du bist zu wenig. Sondern: Da hat sich zu viel angesammelt. Möglicherweise zu viele ungute Gewohnheiten, aber auch Sorgen und überhöhte Erwartungen an uns selber, die uns das Leben nur schwer machen.

Das Aschenkreuz erinnert daran, dass unser Leben begrenzt ist – und gerade deshalb so kostbar. Fasten klingt nach Verzicht und Enge, doch im Kern geht es um Freiheit. Wer bewusst etwas loslässt, schafft Raum für Stille statt Dauerlärm, für echte Begegnung statt flüchtiger Ablenkung, für Gott mitten im Alltag. In der Bibel sagt der Prophet Joel: „Kehrt um zu mir von ganzem Herzen.“ Das ist keine Drohung, sondern eine Einladung zurück ins Leben. Die kommenden Wochen auf Ostern hin sind wie ein offenes Fenster nach einem langen Winter. Weniger Ballast bedeutet mehr Atem und mehr Freiheit zu einem tieferen Leben.

Immer wieder bin ich bemüht, den Menschen deutlich zu machen: Fastenzeit ist kein religiöses Pflichtprogramm, sondern ein „Aufräumen des Herzens“. Damit wieder Platz wird für Hoffnung, Vertrauen und Freude. Und damit wir neu entdecken, was wirklich trägt – nicht nur für 40 Tage, sondern für das ganze Leben.

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