Ehemann wegen Vergewaltigung vor Gericht

von Redaktion

31-Jähriger soll sich an seiner Frau vergangen haben, während Tochter im Bett lag

Waldkraiburg/Traunstein – Wegen besonders schwerer Vergewaltigung seiner Frau und schwerer Körperverletzung steht ein 31-Jähriger aus Waldkraiburg derzeit erneut vor dem Traunsteiner Landgericht. Wie schon zu Prozessbeginn beteuerte der Angeklagte zu Beginn der Woche wieder seine Unschuld: „Ich weiß nicht, warum ich hier bin“, sagte er.

Es geht um die Nacht auf den 11. Juni 2025: In der gemeinsamen Wohnung in Waldkraiburg habe man zuerst mit Freunden gefeiert. Später im Bett habe die Frau dann dem Sex zugestimmt – ihn danach aber beschimpft und getreten. Um den „Redeschwall“ zu beenden, habe sie der Angeklagte am Hals gepackt, kurz danach aber aufgehört und sich entschuldigt. Die beiden sind seit rund acht Jahren ein Paar.

Geschädigte tauchte vor Gericht nicht auf

Am Montag wäre auch die wichtigste Zeugin geladen gewesen: die mutmaßlich Geschädigte selbst. Doch sie tauchte nicht auf. Derweil wurden Polizisten als Zeugen geladen. Die Frau habe „gefasst“ gewirkt, als sie die Anzeige aufgab – „aber als es um die Tat ging, machte sie einen eingeschüchterten Eindruck und war den Tränen nahe“, so einer der Beamten. Allen fielen die Würgemale am Hals der Frau auf, dazu auch Einblutungen an den Augen und Kratzer. Fotos davon zeigte das Landgericht.

Laut den Angaben der Frau – und Staatsanwältin Sophie Schützwohl – spielte sich die Nacht in der gemeinsamen Wohnung anders ab. Als die Geschädigte schlief, habe ihr der Angeklagte immer wieder signalisiert, Sex zu wollen, und zog der Frau schon die Shorts hinunter. Dass sie ablehnte, „akzeptierte der Angeklagte nicht“, so Staatsanwältin Schützwohl – und das, obwohl die gemeinsame vierjährige Tochter mit im Bett lag.

Irgendwann habe sich die Frau dann ans Fußende des Bettes gelegt, um Abstand zum 31-Jährigen zu gewinnen. Dann sei ihr der Angeklagte gefolgt, habe ihr das Knie ins Gesicht gedrückt und gesagt, dass „nicht sie als seine Frau es entscheide, wann es zum Geschlechtsverkehr komme.“

Angeklagter soll Frau mit Messer bedroht haben

Der Angeklagte habe die Frau dann gewürgt, bis ihr schwarz vor Augen wurde, so der Vorwurf. Auch Hautverfärbungen im Gesicht erlitt sie bereits. Schließlich holte der 31-Jährige laut Anklage ein Messer mit 15 Zentimeter Klingenlänge und hielt der Frau die Klinge an den Hals.

„Die Frau war durch das Messer derart verängstigt, dass sie dem Angeklagten versicherte, nicht mehr ‚Nein‘ zu sagen“, so Staatsanwältin Schützwohl. Erst als sich die Frau für ihr ablehnendes Verhalten zuvor entschuldigte, habe der Angeklagte das Messer weggelegt – und sie unter diesen Umständen schließlich vergewaltigt. Die Verhandlung wird an diesem Freitag fortgesetzt. Xaver Eichstädter

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