Marquartstein – In der Sauna der Chiemgau-Klinik der Knappschaft Bahn See in Geisenhausen bei Marquartstein ist es am Dienstag gegen 18.30 Uhr aus noch ungeklärter Ursache zu einem Brand mit starker Rauchentwicklung gekommen. Genau die war, so berichtet es Einsatzleiter Thomas Drickl, am Anfang auch das große Problem: Der Rauch erschwerte es den Feuerwehrleuten, sich einen Überblick zu verschaffen – und es wurden sehr viele Atemschutzträger gebraucht.
Deswegen wurden auch noch einige Nachbarwehren nachalarmiert, die direkten Nachbarn waren ohnehin schon mit im Einsatz. „Als wir die Rauchentwicklung im Griff hatten, war es irgendwann Feuerwehrroutine“, sagt Drickl, ehemaliger Kommandant der Marquartsteiner Wehr und nach wie vor als Gruppenführer aktiv.
Rund 150 Patienten und Mitarbeiter der Klinik mussten ihre Zimmer und Arbeitsbereiche verlassen, sie wurden vorübergehend in der Cafeteria und der Turnhalle untergebracht. „Das ging zügig und vorbildlich – Hut ab“, ist Drickl am Tag danach voll des Lobes für Patienten, klinikeigene Brandschutzhelfer und andere Helfer. Überhaupt sei das Zusammenspiel mit Klinikleitung und Brandschutzbeauftragtem hervorragend gewesen. Ramona Walsleben, die Klinikleiterin, sagt am Tag nach dem Brand, der Einsatz sei „sehr gut gelaufen“, bei der Nachbesprechung waren alle Zuständigen zufrieden.
Drickl selbst war, nachdem das Feuer in der Sauna gelöscht war und die Lage sich langsam beruhigte, bei den Patienten und hat diese über den Stand der Dinge informiert, berichtet er. „Die waren alle sehr gelassen.“ Zudem hatte die Klinikleitung zusätzliche Vorsorge getroffen, der Oberarzt der Psychosomatik war bei den Patienten, tat seinen Teil dazu, diese zu beruhigen. „Es ist kein Patient abgereist“, sagt Ramona Walsleben. Drickl, seit über 45 Jahren aktiv bei der Marquartsteiner Wehr, dirigierte 153 Feuerwehrkräfte aus neun Wehren (Marquartstein, Grassau, Unterwössen, Oberwössen, Staudach-Egerndach, Rottau, Schleching, Übersee und Traunstein) mit rund 30 Einsatzfahrzeugen. Zur Unterstützung waren auch das THW und das BRK angerückt. Kreisbrandrat Christof Grundner, Kreisbrandinspektor Rupert Kink und Kreisbrandmeister Thomas Mayr standen parat. Stefan Thurner, Fach-Kreisbrandmeister für Atemschutz, stand den zahlreichen Atemschutzträgern mit Rat und Tat zur Verfügung.
Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der extremen Rauchentwicklung schwierig, und neben den Atemschutztrupps, die im Innern gegen das Feuer anrückten, wurde im Außenbereich eine Drehleiter in Stellung gebracht und versucht, über eine Dachluke zum Brandherd vorzudringen. Um 19.22 Uhr – rund 40 Minuten nach Alarmierung – meldeten die Löschtrupps, dass das Feuer gelöscht ist. „Trotz des schnellen und beherzten Einsatzes der Feuerwehr wurde die Sauna bei dem Brand vollständig zerstört“, teilt die Feuerwehr mit. Der Schaden liegt laut Polizei im niedrigen sechsstelligen Bereich.
Nach Ansicht Drickls haben sich die gemeinsamen Übungen der Feuerwehr und der Klinik bei dem Großeinsatz bewährt. Der Kontakt sei sehr gut, sagt auch Johann Troibner, der Kommandant der Feuerwehr Marquartstein. Gerade die Führungskräfte schauten sich die Gegebenheiten immer wieder gemeinsam an. Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck kam ebenfalls zur Einsatzstelle und ließ sich über den Einsatzverlauf und die Löscharbeiten informieren. Nach gut vierstündigem Einsatz bei Minusgraden und teilweise bei Schneetreiben sorgte er am Einsatzende dafür, dass die ehrenamtlichen Feuerwehr- und Rettungskräfte eine wärmende Stärkung erhielten.
Die Bundesstraße 307 musste während der Löscharbeiten zwischen Marquartstein und Raiten komplett gesperrt werden. Zur Brandursache und wie es zu dem Feuer in der Kliniksauna kommen konnte, dazu hat das Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein die Ermittlungen aufgenommen. Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung liegen nach Angaben der Kripo aber nicht vor. Sylvia Hampel