Rosenheim – An der Berufsschule eins in Rosenheim sind 82 Absolventen zum Schuljahreshalbjahr verabschiedet worden. 13 von ihnen erhielten Staatspreise. Ein Großteil der Absolventen hat eine dreieinhalbjährige Ausbildung in den verschiedenen Fachrichtungen der Elektrotechnik erfolgreich abgeschlossen. Die übrigen Absolventen kommen aus den Berufsfeldern der Köche, Hotelfachleute, Restaurant- und Veranstaltungsfachleute, Friseure, Maler und Lackierer, Bäcker, Metzger, Konditoren und Hauswirtschafterinnen.
Schulleiter Claus Schemm begrüßte neben den Absolventen besonders den stellvertretenden Landrat Josef Huber, den Kreishandwerksmeister Rudolf Schiller, den Leiter der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim, Jens Wucherpfennig, sowie den Innungsobermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik Rosenheim, Lorenz Zunhammer.
„Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit“, eröffnete Josef Huber sein Grußwort. Augenzwinkernd sagte Huber: „Ich selber war nie Einserschüler, vielleicht bin ich deswegen Bürgermeister und stellvertretender Landrat geworden. Ihr habt ein solides Fundament gelegt, seid aber alle noch jung genug, noch etwas draufzusetzen oder umzusatteln“.
Rudolf Schiller gratulierte dem neuen Schulleiter Claus Schemm zu seiner Ernennung und erinnerte daran, dass Erfolg nicht nur in Geld zu bemessen sei, sondern auch daran, dass man etwas aus eigenem Antrieb geschaffen hat. Als Rat gab er den Absolventen mit auf den Weg, sich gute Netzwerke zu schaffen und sich auf die Netzwerke zu besinnen, die sie schon haben: Familie, Freunde, Schulfamilie, Betriebe und Innung, die sich für sie eingesetzt haben. Schiller betonte, „dass wir einen starken Mittelstand brauchen“.
Jens Wucherpfennig richtete sich an die Absolventen: „Ich weiß genau, wie ihr euch heute fühlt und wie ihr euch ganz am Anfang eurer Ausbildung gefühlt habt, als alles neu war und man Respekt vor den neuen Aufgaben hatte und auch ein bisschen Angst hatte, Fehler zu machen. Ich selber bin an diesen Situationen gewachsen und denke heute immer noch an meine ersten Ausbildungstage, wenn ich eine Sparkasse betrete. Nicht immer wird euer beruflicher Weg geradlinig verlaufen, aber ihr werdet euren Weg machen.“ Schulleiter Claus Schemm nahm Bezug auf die unterschiedlichen Gründe der Verabschiedung zum Halbjahr: Die Auszubildenden in der Elektrotechnik haben eine dreieinhalbjährige Ausbildung. Einige Absolventen aus anderen Ausbildungsberufen haben entweder ihre Ausbildungszeit verkürzt, weil sie besonders leistungsstark waren, oder haben nach einer nicht bestandenen Sommerprüfung nicht aufgegeben, sondern ein halbes Jahr drangehängt und nun ihr Ziel erreicht.
So verschieden die individuellen Geschichten sind – eines eint sie alle: Sie haben Durchhaltevermögen bewiesen.
Dieses Durchhaltevermögen spiegelt sich auch in dem wider, was heute hier versammelt ist: technische Präzision, handwerkliche Qualität, Dienstleistungsorientierung und Kreativität. Mit diesen Kompetenzen treten die Absolventen nun in ein Berufsleben ein, das anspruchsvoller, dynamischer und zugleich chancenreicher ist als je zuvor.
Mit dem Satz von John F. Kennedy aus dem Jahr 1962 „Veränderung ist das Gesetz des Lebens. Und diejenigen, die nur auf die Vergangenheit oder die Gegenwart schauen, werden die Zukunft verpassen“, verwies Schemm auf das duale Ausbildungssystem als stabiles Fundament, das Theorie und Praxis verbindet. „Sie haben nicht nur Fachwissen erworben, sondern reale betriebliche Abläufe kennengelernt, Verantwortung übernommen, im Team gearbeitet, mit Kunden kommuniziert und unter Zeitdruck Lösungen gefunden. Das unterscheidet Sie. Sie sind keine reinen Theoretiker. Sie sind ausgebildete Praktiker mit reflektiertem Hintergrundwissen“. Verlässlichkeit, Respekt, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein seien gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung nötig, sagte Schemm weiter. Seinen Dank richtete der Schulleiter an die Ausbildungsbetriebe, die die Absolventen fachlich begleitet haben, an die Lehrkräfte, die die Abschlussschüler gefordert und gefördert haben, und deren Familien, die sie unterstützt haben – „oft im Hintergrund, aber mit großer Wirkung“.
Im Anschluss wurden stellvertretend für alle die Jahrgangsbesten ausgezeichnet. 13 Schüler erhielten für Notendurchschnitte von 1,5 und besser Staatspreise der Regierung von Oberbayern sowie eine besondere Anerkennung des Landkreises Rosenheim. Mit einem reichhaltigen, kreativ kreierten Buffet, das von den Konditoren, Bäckern und der Gastronomieabteilung der Schule zubereitet wurde, ging die Feier zu Ende.
Arno Zandl