Erneut tödlicher Unfall am Bahnübergang in Viehhausen

von Redaktion

67-jähriger Autofahrer stirbt nach Kollision mit Personenzug – Noch dieses Jahr sollen Schranken kommen

Wasserburg – Der Viehhausener Bahnübergang hat sein nächstes Todesopfer gefordert. Wie die Polizei Rosenheim mitteilt, befuhr am gestrigen Donnerstag gegen 0.30 Uhr ein 67-jähriger Autofahrer aus dem nördlichen Landkreis Rosenheim die Straße in Viehhausen in Richtung Edling. Am Bahnübergang wurde er dann von einem Personenzug erfasst, der gerade aus Rosenheim in Richtung Wasserburg fuhr.

Laut Polizei missachtete der Autofahrer das für ihn am Bahnübergang geltende Verkehrszeichen „Andreaskreuz“ sowie das rote Ampellicht. Der Zug erfasste daraufhin mit seiner Front den Pkw. Der 67-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle.

Es ist mindestens das dritte Todesopfer, das dieser unbeschrankte Bahnübergang fordert. 2013 kam hier eine 20-Jährige aus dem Landkreis Rosenheims ums Leben, 2018 starb eine 25-Jährige an dem Übergang. Auch einige weitere Zusammenstöße gab es in den vergangenen Jahren, teilweise mit Schwerverletzten. Zuletzt gab es im Juli 2023 einen Unfall mit einem Schwerverletzten, auch im Februar 2024 kam es zu einem Zusammenstoß, der aber glimpflich endete.

Seit Langem werden hier deshalb Schranken gefordert, mit dem Tod des 67-Jährigen sind diese Forderungen nun wieder lauter geworden. Das Problem für lange Zeit: Ein Rechtsstreit mit einem Anlieger, der die Maßnahme immer wieder verzögert hatte. Dabei ging es vor allem um Eigentumsverhältnisse.

Vergangenes Jahr hatte dieser Konflikt am Bayerischen Verwaltungsgericht aber mit einem Rückzug der Klage seitens des Anliegers gegen den Planfeststellungsbeschluss geendet. Seitdem sind die Pläne rechtskräftig.

Inzwischen gibt es auch einen konkreten Zeitraum, wann die Schranken kommen sollen. Wie eine Sprecherin der Bahn erst vor wenigen Wochen gegenüber den OVB-Heimatzeitungen erklärt hatte, soll der Übergang noch in diesem Jahr mit Halbschranken ausgestattet werden. Zwischen Juni und August soll es soweit sein. Im Zuge dessen wird auch die Straße um zwei Meter verbreitert.

Zudem soll in Viehhausen auch ein Geh- und Radweg entstehen. Dessen Umsetzung könnte unter Umständen aber noch länger dauern, dabei handelt es sich um eine sogenannte Folgemaßnahme.

Laut Polizei wurden bei dem Unfall am gestrigen Donnerstag zwei weitere Fahrgäste im Zug durch die eingeleitete Notbremsung leicht verletzt. Der 62-jährige Lokführer erlitt einen Schock. Der Pkw des Verstorbenen erlitt wirtschaftlichen Totalschaden von einigen Tausend Euro. Am Triebwagen der Bahn entstand ein geschätzter Sachschaden von rund 10.000 Euro. Durch die alarmierten Rettungskräfte wurden die Verletzten vor Ort ambulant versorgt.

Im Einsatz waren auch die Feuerwehren aus Wasserburg und Attel. Die Polizei hat unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Rosenheim die weiteren Ermittlungen aufgenommen. Der Bahnübergang war bis circa 5.30 Uhr gesperrt. Laut den Beamten kam es zu keinen größeren Störungen im Bahn- und Fahrzeugverkehr. Sophia Huber

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