Emmerting – „Auch wenn die Bürgermeisterwahl vorerst ins Wasser fällt, steht trotzdem die Wahl des Gemeinderates und Kreistages auf dem Programm“, erklärt Dritte Bürgermeisterin Gisela Kriegl, die zusammen mit dem Zweiten Bürgermeister Siegfried Ribesmeier aktuell die Geschicke in Emmerting leitet. Angesichts des überraschenden Todes von Bürgermeister Stefan Kammergruber (wir berichteten) kein einfaches Unterfangen.
„Einen Wahlkampf zwischen den Parteien hätte es nicht gegeben und wird es auch nicht geben“, sagt Kriegl. „Das Einzige ist, dass Wahlwerbung verteilt wird. Aber bei uns wäre von Haus aus Ruhe drinnen gewesen. Vonseiten der CSU haben wir unser Starkbierfest vom 28. Februar abgesagt, da es keinen Grund zum Feiern gibt.“
Dies ist auch mit den weiteren Parteien abgesprochen, sagt Kriegl: „Wir waren uns alle sehr schnell einig, dass die spaßigen Veranstaltungen in diesem Jahr einfach unangebracht sind.“ Die Partei sei trotzdem nicht untätig: „Wir veranstalten einen Infostand mit einem kleinen Rahmenprogramm, da wir schon wollen, dass unsere Kandidaten gesehen werden.“ Die Kandidaten täten ihr leid, sagt Kriegl. „Aber wenn wir sie nicht präsentieren, dann wissen die Bürger auch gar nicht, wen sie wählen sollen“, so die Dritte Bürgermeisterin weiter. „Wir halten aber den Ball flach. Wichtiger ist aktuell, dass wir in der Gemeinde zusammenhalten und miteinander arbeiten.“
Hinsichtlich der Bürgermeisterwahl ist es noch zu früh: „Wir wollen erst mal die Wahl am 8. März abwarten, ehe wir weitere Dinge entscheiden. Klar ist aber auch, dass wir Verantwortung übernehmen und einen Kandidaten stellen möchten“, gibt Kriegl zum Abschluss zu Protokoll. „Aber alles zu seiner Zeit. Die Gemeinderatswahl steht nun im Vordergrund.“
Erwin Scheiwein, Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Emmerting, gibt sich zurückhaltend: „Wir machen keinen Wahlkampf, sondern eine Wahlinformation. Dafür verteilen wir einen Flyer mit kurzen, knappen Informationen über die fünf Kandidaten an alle Haushalte in Emmerting.“ Ein Infostand oder eine öffentliche Veranstaltung mit einer Kandidatenvorstellung werde es nicht geben.
Bei den Freien Wählern wurden zwei Termine, in denen man die Nähe zu den Bürgern hätte suchen wollen, abgesagt. Eine weitere Veranstaltung hätte aber bereits vor dem Vorfall mit Kammergruber stattgefunden. Neben Wahlinformationen über die eigenen Kandidaten wird am heutigen Samstag für die Tafel in Burghausen gesammelt. Dies sei eine jährliche Tradition.
Carola Link vom Bündnis 90/Die Grünen teilte mit, dass es bei ihnen keinen Flyer gäbe und deswegen mit Sicherheit noch eine Veranstaltung stattfinden werde, in der sich die Kandidaten präsentieren können. Wann und in welchem Umfang sei dabei aber noch unklar.
Auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen teilte ein Sprecher des Landratsamtes mit, dass auch noch kein Termin für die Nachholwahl festgelegt worden sei, dieser aber im engen Austausch mit der Gemeinde zeitnah bekannt gegeben werde. Bis drei Monate nach der ursprünglich angesetzten Kommunalwahl muss ein Datum gefunden werden. Dies sei essenziell, um frühzeitig und fristgerecht die Kandidaten für den Bürgermeisterposten nominieren zu können. Gabriel Zaunseder