Die Olympischen Winterspiele haben uns wieder an vielem teilhaben lassen: an spürbarer und mitreißender Begeisterung, an Einsatz und Ausdauer, an Freude und Jubel, aber auch an enttäuschten Hoffnungen und Tränen. Beim Eiskunstlauf der Herren wurde schmerzlich klar, dass ein überragender und haushoher Favorit zuletzt auch am mentalen Druck der Öffentlichkeit scheitern kann. Sichtbar auf dem Podest stehen am Ende halt immer nur die ersten drei. Bei der Abfahrt geht es um hundertstel Sekunden, und ein noch so großartiger vierter Platz ist am Ende undankbar. So ist das Leben. Zumindest erscheint es uns manchmal so. In der Bibel lese ich dazu einen Satz, der mich aufhorchen lässt. Da schreibt Paulus in einem Brief an seine Freunde: „Lauft so, dass ihr den Siegespreis gewinnt!“ Paulus meint aber damit keine olympische Disziplin. Nicht die Medaillen, sondern das Leben. Ein Leben, das sich zuerst auf den Himmel ausrichtet, das sich auf der Grundlage von Vertrauen und Liebe entfalten und so die eigenen Ziele erreichen kann. Manchmal fordern mich die Herausforderungen dieses Lebens wirklich wie ein sportlicher Marathon. So viele Termine und Verantwortungen, Müdigkeit und Sorgen. Druck, der sich bei mir aufbaut, ohne dass andere es vielleicht wollen. Dann sagt mir der Satz von Paulus auch: Du musst nicht alles tragen. Du darfst es Gott überlassen. Bei ihm zählen am Ende keine Punkte und hundertstel Sekunden. Er schaut auf mein Herz – und er sagt: Es ist genug. Wir werden gesehen – und wir sind auch ohne jede Leistung geliebt!