Rosenheim – Mit roten Zöpfen und Sommersprossen kam Schulleiterin Christiane Elgass zwar nicht auf die Bühne und doch sollte Pippi Langstrumpf eine zentrale Rolle bei der feierlichen Verabschiedung von 220 Absolventen am Staatlichen Berufsschulzentrum Rosenheim II spielen.
Bevor Elgass auf Pippi Langstrumpf zu sprechen kam, begann sie mit etwas, das die Heldin in Astrid Lindgrens Kinderbüchern so gar nicht mochte: Mathematik. Auf verwirrende „Plutimikation“ konnte die Schulleiterin aber verzichten, denn die Zahlen sprachen für sich:
220 Schüler haben ihren Abschluss geschafft. Zehn haben erstmals ihren mittleren Schulabschluss erworben, 61 haben ihn verbessert. Ziemlich genau ein Viertel aller Absolventen durfte sich über einen Staatspreis für herausragende Leistungen freuen, 20 sogar über einen Notenschnitt von 1,0.
Bestleistungen im
Fachbereich Steuer
Bestleistungen in Serie hatte dabei der Fachbereich Steuer abgeliefert. Eine ganze Klasse nahm die Ehrung entgegen, 80 Prozent einen Staats-, 20 Prozent einen Buchpreis. „Das nenne ich mal ein Aushängeschild“, schwärmte Elgass. Auch der Schülersprecher freute sich sehr mit den Abschlussschülern. Eins können sich laut Vize-Landrat Josef Huber aber alle Absolventen ans Jackett heften: exzellente Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) schütze eine Berufsausbildung am besten vor Arbeitslosigkeit. „Mit Ihrer Berufsausbildung haben Sie sich selbst ein solides und krisenfestes Fundament für Ihre Zukunft geschaffen“, sagte der Vize-Landrat zu den Absolventen. Angesichts des auch im Landkreis Rosenheim um sich greifenden Fachkräftemangels hoffe er, dass viele ihre erworbenen Fähigkeiten in der Region einsetzen.
Dass dazu nicht nur erlerntes Fachwissen gehört, zeigte Elgass dann anhand Pippi Langstrumpfs Regeln auf: Die Schüler sollten ihre Träume verwirklichen, gut auf ihre Schätze (auch die in der Schule erworbenen) achten, auf sich vertrauen und Mut zum Unbekannten beweisen, Nein sagen, wenn sie etwas nicht überzeugt, die Vielfalt der Villa Kunterbunt selbst leben und Verantwortung übernehmen – „auf die eigene, manchmal unkonventionelle Art“.
Wie Pippi Langstrumpf
im Bonbonladen
Bei der Berufswahl sollten die Absolventen vorgehen wie Pippi im Bonbonladen: „Sie dürfen sich Ihre Zukunft zusammenstellen – und zwar wie sie Ihnen gefällt“, sagte Elgass. „Seien Sie stark. Seien Sie bunt. Seien Sie mutig. Seien Sie Sie selbst.“ Mit diesen Worten und einem Geschenk verabschiedete die Schulleiterin die Absolventen in ihre Zukunft.