Angeschlagene RSA-Bank prüft Fusion

von Redaktion

Die angeschlagene RSA-Bank aus Rechtmehring prüft eine Fusion mit der zehnmal größeren „meine Volksbank Raiffeisenbank“ aus Rosenheim. Grund dafür sind interne Analysen, die der Bank eine düstere Zukunftsperspektive bescheinigen. Noch vor wenigen Wochen hatte es Hoffnung auf einen Neuanfang als eigenständiges Haus gegeben.

Rechtmehring/Rosenheim – Jetzt also doch. Der angeschlagenen, 1899 gegründeten RSA-Bank aus Rechtmehring mit weiteren Standorten in Soyen und Albaching, Wasserburg und München droht das Aus als eigenständiges Haus. Der RSA-Aufsichtsrat hat den Vorstand einstimmig beauftragt, mit der „meine Volksbank Raiffeisenbank“ (mVR) in Rosenheim „ergebnisoffene Gespräche“ über eine mögliche Fusion aufzunehmen. Ziel sei es, auszuloten, „ob und in welcher Form ein Zusammenschluss eine dauerhaft tragfähige Perspektive“ bieten könne. Das teilt die RSA-Bank aktuell in einer Presseerklärung mit.

Belastbare Analysen
als Grundlage

Der RSA-Vorstand sagt in der Mitteilung: „Die Aufnahme der Gespräche setzt den klaren Auftrag des Aufsichtsrats um, auf Grundlage belastbarer Analysen den Lösungsweg weiter auszuarbeiten, der nach den vorliegenden Ergebnissen allein geeignet ist, langfristig eine tragfähige Perspektive für Mitglieder, Mitarbeitende, Kunden und die wirtschaftliche Entwicklung der Region zu sichern.“

Mirko Gruber, Vorstandsmitglied der mVR, begrüßt diesen Beschluss auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen, von innsalzach24.de und wasserburg24.de: „Solche Gespräche sind im genossenschaftlichen Verbund ein verantwortungsvoller und üblicher Schritt, um die langfristige Stabilität sowie eine starke regionale Versorgung zu sichern.“

Damit haben sich bereits nach wenigen Wochen die Hoffnungen zerschlagen, die mit der Berufung von Oliver Müller zum Vorstand verbunden waren. Müller war zuvor Vorstand der Seligenstädter Volksbank, die sich bisher erfolgreich gegen Übernahmen und Fusionen gestemmt hat.

Jetzt schreibt die RSA-Bank unter Verweis auf interne Analysen und ein Sanierungskonzept, „dass unter realistischen Annahmen keine dauerhaft tragfähige, eigenständige Zukunftsperspektive“ gegeben sei. Maßgeblich sei die „langfristige strukturelle Tragfähigkeit“, also das „Zusammenspiel von Kapitalausstattung, Risikotragfähigkeit, Ertragskraft, Personalkapazitäten und organisatorischer Leistungsfähigkeit“.

Die Bank habe laut Mitteilung verschiedene Optionen geprüft: unter anderem Risikoabbau, Kapitalmaßnahmen, Kostenprogramme, organisatorische Anpassungen und zeitliche Verschiebungen von Entscheidungen. „Diese Instrumente können einzelne Kennzahlen vorübergehend verbessern, verändern jedoch nicht die grundlegenden strukturellen Rahmenbedingungen.“

Folglich wurden „Lösungswege für eine dauerhaft tragfähige Perspektive“ geprüft und mögliche Partner bewertet. Für die Rechtmehringer war das Ergebnis eindeutig: „Unter den geprüften Optionen erfüllt ausschließlich die meine Volksbank Raiffeisenbank eG alle Anforderungen in der Gesamtbewertung und stellt damit die tragfähigste Lösung dar.“ Die RSA-Bank ist seit 2025 wegen ausfallgefährdeter Kredite in Turbulenzen und befindet sich seitdem in einem Sanierungsprozess. Nach Prüfungen durch den Genossenschaftsverband Bayern mussten im vergangenen Jahr Wertberichtigungen von rund 60 Millionen Euro vorgenommen werden.

Hinzu seien ein zu schnelles Wachstum und eine zu starke Konzentration auf wenige Geschäftsbereiche gekommen. Das habe sich über längere Zeit aufgebaut und sei zusätzlich durch gestiegene Zinsen, sinkende Immobilienwerte und strengere aufsichtsrechtliche Anforderungen verstärkt worden, hieß es. Im vergangenen Sommer ging die RSA- Bank (Bilanzsumme 1,2 Milliarden Euro laut bankhaus-rsa.de) daher bereits eine Kooperation mit der rund zehnmal größeren „meine Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim“ (Bilanzsumme 12,2 Milliarden Euro laut vb-re.de) ein. Jetzt soll es also Gespräche über eine Fusion geben.

„Der Beschluss stellt ausdrücklich keine Vorentscheidung über eine Fusion dar“, betont die RSA-Bank in ihrer Pressemitteilung. Die Gespräche seien „ergebnisoffen“. VR-Vorstand Gruber erklärt auf Nachfrage, dass sein Haus eine Entscheidung „ausschließlich auf Basis fundierter Analysen und klar definierter Kriterien“ fälle. Das solle in den Gesprächen geprüft werden. Karl Fischberger, Sprecher der Interessengemeinschaft „Rettet die RSA-Bank“, hat keinen Zweifel, „dass es ausschließlich auf eine Fusion mit, und nur mit der mVR-Bank Rosenheim, rausläuft“. Das habe bereits zu Beginn der Jahresabschlussprüfung 2024 im zweiten Quartal 2025 festgestanden.

Diese Überzeugung teilt er auf Nachfrage der OVB- Heimatzeitungen mit. Fischberger kritisiert auch die Kommunikation der RSA-Bank mit der IG: „Entgegen der Zusicherung der Vorstände, hat man bisher auch noch kein Gespräch mit uns, der Vorstandschaft der IG-RSA, gesucht, stattdessen werden Pressemitteilungen verschickt.“ Die IG glaube weiter an eine eigenständige RSA-Bank, so Fischberger: „Unsere Hoffnung und innerste Überzeugung war und ist, dass sich das Bankhaus RSA aus eigener Kraft „sanieren“ kann, wenn man ihm die Chance geben würde. Dennoch geht die RSA-Bank jetzt in Fusionsgespräche. Zum Zeitplan gefragt, teilen die Rechtmehringer auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen, von innsalzach24.de und wasserburg24.de nur mit: „Maßgeblich ist ein geordnetes Verfahren.“ Es gehe zunächst um „die Aufnahme von Sondierungsgesprächen“. Über das weitere Vorgehen würden dann „die zuständigen Gremien auf Basis der Ergebnisse entscheiden“. Auch mVR-Vorstand Gruber möchte sich zu konkreten Inhalten und Zeitplänen nicht äußern. Die RSA- Bank betont:

Ihr Geschäftsbetrieb laufe stabil und uneingeschränkt weiter. „Für Kunden bestehen keinerlei Einschränkungen; Einlagen, Konten und Zahlungsverkehr sind uneingeschränkt verfügbar und durch die Institutssicherung der genossenschaftlichen Finanzgruppe geschützt.“

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