Einsatzleiter spricht über das gewaltige Ausmaß des Feuers

von Redaktion

Mehr als 200 Rettungskräfte enormer Belastung ausgesetzt – „Definitiv kein Routine-Einsatz“

Bad Feilnbach – Große Aufregung herrschte am Dienstagmorgen, 24. Februar, im Bad Feilnbacher Ortsteil Au, wo eine Kfz-Werkstatt in Vollbrand geraten war. Das umgreifende Feuer, das auch umliegende Gebäudeteile teils massiv beschädigt hatte, sorgte für einen Großeinsatz, bei dem weit mehr als 200 Rettungs- und Einsatzkräfte über den ganzen Tag verteilt im Einsatz waren, darunter mehr als 180 Feuerwehrkräfte der Wehren aus der Umgebung. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, der Sachschaden wird laut Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf einen siebenstelligen Betrag geschätzt. Am Tag danach sind noch einige Fragen offen.

Allen voran die, wie es überhaupt zu dem Ausbruch des Feuers, das laut Kreisbrandrat Richard Schrank „ziemlich mittig“ im Gebäudekomplex entstanden ist, kam. Hierzu ermitteln derzeit die Brandfahnder des Fachkommissariats 1 der Kriminalpolizei Rosenheim – unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim. Zuständig dafür, den größtmöglichen Schaden zu verhindern, waren hunderte Kräfte der Feuerwehren, die zahllose Stunden gegen die Zerstörung durch das Feuer ankämpften. Die Einsatzleitung hatte bei dem Großbrand die Feuerwehr Au, deren Kommandant Marinus Astner auch am Morgen danach noch vor Ort war.

„Jetzt, gute 24 Stunden später, konnten die Feuerwehren abrücken“, sagte Astner am Mittwochvormittag, 25. Februar, gegenüber dem OVB. Die ganze Nacht über hätten Feuerwehren im Halbstunden-Rhythmus den Brandort kontrolliert, mittlerweile gebe es keine Glutnester mehr. Als er mit seiner Mannschaft nach der Alarmierung am Dienstagmorgen am Einsatzort ankam, sei bereits eine starke Rauchentwicklung wahrzunehmen gewesen. „Beim Eintreffen sahen wir den Werkstatt-Brand und haben sofort versucht, das Feuer zu isolieren“, so der Kommandant. Dies hätte jedoch nicht funktioniert, da ein Übergreifen der Flammen auf den Dachstuhl nicht mehr verhindert werden konnte.

„Ziel war dann, das Ausbreiten des Brandes auf die Flanken des Gebäudekomplexes zu verhindern“, erklärt Astner. Was schließlich mit mehreren Drehleitern und ausreichend Personal dann auch gelang: „Wir hatten den Brand dann gut im Griff.“ Laut Astner sei die Größenordnung des Einsatzes „definitiv keine Routine“ gewesen.

„Ich habe einen Einsatz in dieser Größe in leitender Funktion noch nie erlebt. So etwas hat es in den vergangenen Jahrzehnten in Au glücklicherweise nicht gegeben“, so der Feuerwehr-kommandant.

Dementsprechend seien die vielen Einsatzkräfte, alleine durch die lange Dauer, einer enormen Belastung ausgesetzt gewesen. Er spricht von über 250 Kräften, die in der Spitze am Brandort gearbeitet hätten, von rund 70 Fahrzeugen. „Wir Feuerwehrler versuchen alles, um möglichst viel Schaden abzuwenden.“ Zwar sei von einer hohen Schadenssumme die Rede und vor allem zwei Betriebe hätte es durch den Brand besonders hart getroffen. „Man muss aber auch sehen, wie viele Firmen dort jetzt, wenn auch womöglich etwas eingeschränkt, dennoch ihrer Arbeit weiter nachgehen können. So hätte sich der Brandschaden ohne die massive Brandbekämpfung auf noch weitaus mehr Gebäudeteile und somit mehr Betriebe ausbreiten können.“

Nicolas Bettinger

Artikel 6 von 11