Nicht nur der Fastenprediger ist neu

von Redaktion

Polit-Prominenz wird beim heutigen Auftakt des Starkbierfests in der Auerbräu-Festhalle derbleckt

Rosenheim – Zur Starkbierprobe 2026 in der Auerbräu-Festhalle werden andere Saiten aufgezogen. Neu ist der Fastenprediger. Womöglich noch neuer ist, dass Auerbräu den Namen des Neuen bis zuletzt unter Verschluss hält. In den 26 Jahren zuvor – nur schwerwiegende Ereignisse wie Corona zwangen zur Pause – hatte Peter Kirmair der Rosenheimer Lokalprominenz die Leviten gelesen.

2025 absolvierte er bei seiner Starkbier-Tanzshow „Let’s danz’n“ den letzten Tango. „Und weil danach die Spekulationen über den Nachfolger hochkochten, dachten wir, es sei eine gute Gelegenheit, den Menschen einen Moment der Spannung zu geben“, sagt Michael Hinterseer von Auerbräu. Noch nicht mal, ob es wieder ein Motto gibt wie stets bei Peter Kirmair, will er sagen. Nur so viel: Peter Kirmair hat ein Wort mitgeredet. Er und Hinterseer dachten gemeinsam nach, wer in Frage kommen könnte. Und bei einem „konspirativen Treffen“ mit dem Kandidaten beim Rosenheimer Herbstfest sei man sich einig geworden.

Der vorerst unbekannte Fastenprediger ist nicht die einzige Neuerung im Vergleich zum Vorjahr. Auch sonst habe man das Bierfest aufpoliert, sagt Hinterseer. Das Derblecken hat in Rosenheim seit jeher seinen besonderen Platz. Und damit die Gäste nachher gemütlicher zusammensitzen und das Gehörte ausgiebig diskutieren können, steigt die Starkbierprobe nicht mehr wie sonst am Vormittag, sondern bereits am Abend vor dem ersten Tag beim Starkbierfest: Beginn der Predigt ist heute, Donnerstag, 26. Februar, gegen 19 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr).

Auch sei die Speisekarte noch stärker auf das spezielle Bier der Saison ausgerichtet worden, verrät Hinterseer. So wird Deftiges wie das Bierkutscher-Gulasch serviert. Neu ist auch, dass Bock, Märzen und Salvator an diesem Abend im Keferloher ausgeschenkt werden. Bierkenner schätzen am Steingut-Krug nicht nur die Tradition, sondern auch seine kühlenden Eigenschaften: Im Steinkrug bleibt das Bier länger frisch.

Starkbier ist bei Auer nicht nur „beste Handwerkskunst“, wie Hinterseer sagt. Es ist auch Brautradition mit spirituellem Hintergrund. Schließlich verfielen wohl einst die Paulaner-Mönche am Nockherberg in München auf die Idee, dem Kräfteschwund während der Fastenzeit mit dem Konsum kalorienreicheren Biers zu begegnen. So kam das Bockbier in die Fastenzeit. In München entstand womöglich auch der Brauch, zu Beginn der Fastenzeit der Polit-Prominenz die Leviten zu lesen. Mit dem Starkbier – Weißbier-Bock und Märzen von Auer sowie Salvator vom Nockherberg – steht am heutigen Donnerstag in Rosenheim auch der neue Prediger auf dem Prüfstand.

Michael Weiser

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