Traunstein – Die Vorwürfe gegen eine 41-jährige Traunsteinerin lassen einen fassungslos zurück: Am vergangenen Dienstag soll sie ihr Kind in einem Mehrparteienhaus in Traunstein umgebracht haben (wir berichteten). Gegen 15.35 Uhr meldete ein Zeuge der Integrierten Leitstelle, dass er ein totes Kind in der Wohnung gefunden hatte. Inzwischen ist bekannt: Das Kind war gerade mal vier Jahre jung. Nach Angaben von Lisa Maier, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, gegenüber den OVB-Heimatzeitungen handelt es sich um ein Mädchen. Weiter gibt sie an, dass es bei der Familie in der Vergangenheit sonst keine Polizeieinsätze gegeben habe.
Zur Tatwaffe wollte sich die Polizei nicht äußern. Nach übereinstimmenden Medienberichten hatte die Frau aber mit einem Messer auf die Vierjährige eingestochen. Anschließend versuchte die Frau wohl, sich selbst zu verletzen. Die Mutter wurde im selben Gebäude, das sich in der Traunsteiner Innenstadt befindet, aufgefunden. Sie fügte sich selbst leichtere Verletzungen zu. Laut dem Polizeipräsidium ist ihr Gesundheitszustand stabil. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Traunstein einen Befehl zur Unterbringung der 41-Jährigen. Die Frau – für die die Unschuldsvermutung gilt – befindet sich seitdem in der Psychiatrie.
Der Vater des getöteten Mädchens und weitere Angehörige wurden umgehend durch ein Team des Kriseninterventionsdienstes betreut. Nach ersten Angaben der Polizei gibt es keine Anhaltspunkte, dass weitere Personen an der Tötung beteiligt waren.
Auch für die Rettungskräfte stellte der Fall einen extrem belastenden Einsatz dar: Zwei Notärzte sowie neun Rettungskräfte – acht vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK), einer von den Maltesern – waren vor Ort, so Jakob Goëss, Leiter Rettungsdienst beim BRK in Traunstein, gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Jetzt ermitteln die Beamten des Fachkommissariats K1 bei der Kriminalpolizei Traunstein wegen eines Tötungsdelikts.