Herrenchiemsee mit größtmöglichem Gütesiegel: „Was machen wir daraus?“

von Redaktion

Projektmanagement-Experte Karl Fischer diskutiert das Tourismuspotenzial des neuen UNESCO-Weltkulturerbes

Herrenchiemsee – Sie gehören zu Bayern wie Berge und Seen: die Refugien des Märchenkönigs. Die Schlösser König Ludwigs II. von Bayern wurden „geplant und gebaut nach der romantischen Vision und unter der sorgfältigen Aufsicht des Königs. Sie sind inszenierte visuelle Architektur für poetische Vorstellungswelten und zeigen sämtliche stilistische Tendenzen und technische Möglichkeiten ihrer Epoche“, heißt es seitens der UNESCO.

Und so heißt es weiter bei der UNESCO: Die Prachtbauten seien „als Orte der Abgeschiedenheit geplant“ gewesen. Womit sich Karl Fischer heute nicht mehr abfinden mag. Fischer, Experte für Logistik und Projektmanagement, in der Region bekannt geworden als Geschäftsführer des LKZ Prien, findet, dass im Tourismus für Herrenchiemsee noch Luft nach oben ist. Deswegen lädt er zusammen mit der Vereinigung der Freunde für Herrenchiemsee für den heutigen Mittwoch, 4. März, zu einer Veranstaltung mit Impulsvortrag und Podiumsdiskussion um 19 Uhr ein. Mit von der Partie im Haus des Gastes in Prien sind unter anderem der frühere Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner, Vorsitzender des Bayerischen Tourismusverbands, Christina Pfaffinger von der Chiemsee-Alpenland Tourismus GmbH sowie Andreas Friedrich und Armin Krämmer, Bürgermeister der Gemeinden Prien und Chiemsee.

Mit der Aufnahme ins Weltkulturerbe stehen Bauwerke noch stärker im Licht der Aufmerksamkeit. Und das zieht üblicherweise ein Plus an Touristen mit sich. Was für das Schloss Herrenchiemsee so nicht gilt. Besucherzahlen von über 350.000 verzeichnete man dort zuletzt vor Corona. Nicht überraschend ist die Delle während der Pandemiejahre, wohl aber, dass sich die Besucherzahlen auch danach nicht mehr erholt haben. „Was machen wir daraus?“, fragt sich Karl Fischer, der sich mehr und hochwertigeren Tourismus für die Region wünscht. Etwa, indem man stärker die Geschichte der Insel zur Geltung bringt. Zwischen Ludwigs II. Träumen vom Absolutismus und dem Nachdenken über ein gerechtes und friedensfähiges Deutschland herrsche ein „Spannungsfeld“, das interessierte Besucher anziehe. So gesehen wäre Ludwigs Traumschloss im See das Gegenteil zum Ballermann.

Michael Weiser

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