Lederer muss gegen Hofer in Stichwahl

von Redaktion

Amtsinhaber Otto Lederer (CSU) hat bei der Landratswahl einen deutlichen Vorsprung erzielt, muss aber in die Stichwahl gegen Sepp Hofer (FW). Die AfD sieht ihr Abschneiden trotz Stimmengewinnen als Dämpfer und landet auf dem dritten Platz.

Rosenheim – Durch die Kantine im Untergeschoss des Landratsamtes zieht der Geruch von Gulaschsuppe. An Würze hat auch die Kommunalwahl 2026 einiges zu bieten. Können die Amtsinhaber, allen voran Landrat Otto Lederer (CSU) und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März, Platz eins verteidigen?

Zunächst ist es ruhig, Stimmen sind nur gedämpft zu hören. Die Gäste der Wahlparty in der Kantine – unter ihnen die Kandidaten Sepp Hofer (FW), Josef Fortner (ÖDP) und Andreas Winhart (AfD) – blicken abwechselnd auf die Bildschirme in der Kantine und auf die Mobiltelefone in ihrer Hand. Hofer macht sich Gedanken über die AfD. „Mal sind die zwei Prozent vorn, dann wieder wir. Je nachdem, welches Wahllokal gerade ausgezählt wird.“

Otto Lederer freut sich über einen Etappensieg

In der Tat weisen die Pegelstände zunächst erhebliche Schwankungen auf. Je größer die Zahl der ausgewerteten Stimmzettel ist, desto mehr Ruhe kommt in die Zahlen. Schließlich betritt der Amtsinhaber die Kantine. Otto Lederer wirkt nicht ganz entspannt. Sieben Kandidaten, das sei echte Demokratie, sagt er jedoch.

Kurz nach 20 Uhr sind genügend Wahllokale ausgezählt, an den vorläufigen Ergebnissen dürfte sich nicht mehr sehr viel ändern. Und Lederer strahlt kurz. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt er über die etwas mehr als 45 Prozent, die zu diesem Zeitpunkt für ihn ausgewiesen werden – vier Prozent mehr als bei seinem Debüt vor sechs Jahren. Er muss in die Stichwahl, das schon. Aber eben mit einem gehörigen Vorsprung auf den Zweitplatzierten, Sepp Hofer von den Freien Wählern (FW).

Sepp Hofer: Ziemlich
genau auf der Zielmarke

Die absolute Mehrheit sei bei sieben Kandidaten „sehr, sehr unwahrscheinlich gewesen“, sagt Lederer, schon insofern sei er zufrieden. Aber bei einer Stichwahl würden eben die Karten neu gemischt, „man fängt wieder bei Null an“. Daher gelte es, die Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren und um jede Stimme zu kämpfen.

Mit der Aussagekraft der vorläufigen Ergebnisse steigt die Lautstärke in der Kantine. Mehr und mehr fällt die Spannung von den Anwesenden ab. Positiv, wenn auch nicht so enthusiastisch wie Otto Lederer, äußert sich der Zweitplatzierte, Sepp Hofer. „Bei so vielen Mitbewerbern bin ich total zufrieden“, sagte er dem OVB-Reporter. „Das war ja auch mein persönliches Ziel, die Stichwahl.“ 18 Prozent habe er sich zuvor auch notiert gehabt, sein Ergebnis lande ziemlich genau auf dieser Zielmarke. Nun gelte es, die Zeit bis zur Stichwahl gut zu nutzen. „Wir haben unseren Wahlkampf lange vorbereitet, und wir hatten auch mit der Stichwahl gerechnet.“

Vor der Stichwahl gibt es keinen Sieger. Aber möglicherweise den einen oder anderen Verlierer.

Die AfD sieht
starken Gegenwind

Andreas Winhart von der AfD wirkt jedenfalls mäßig begeistert vom Ergebnis. „Wir sind mit unserem Ergebnis zufrieden, haben uns im Vergleich zur letzten Wahl mehr als verdoppelt“, so beginnt er. Um dann gegenüber dem OVB-Reporter einzuräumen, dass mehr drin gewesen wäre. „Aber wir haben ja auch gut Gegenwind bekommen, auch medial, von Ihrem Haus.“

Auch die ganze Berichterstattung „über diesen Antifa-Vorfall“ sei sicherlich nicht vorteilhaft für die AfD gewesen, das „hat uns extrem reingeritten“. Winhart meint damit den Vorfall auf dem Max-Josefs-Platz in Rosenheim, wo der AfD-Bürgermeister-Kandidat von Rott angeblich von linken Demonstranten malträtiert worden war. Ein Handyvideo, das den Streit abbildet, lässt dagegen Zweifel an dieser Darstellung der AfD zu. Das OVB hatte darüber berichtet.

SPD-Kandidatin haarscharf hinter der AfD gelandet

Wie sieht es bei den anderen Kandidaten dieser Landratswahl aus? Auch außerhalb des Landratsamtes ist mitgefiebert worden. Alexandra Burgmaier zeigt sich als Viertplatzierte zufrieden mit ihrem Ergebnis. Auch, wenn sie mit 12,8 Prozent haarscharf hinter Winhart mit 12,9 Prozent landete. „Ich konnte mein Ergebnis von vor sechs Jahren deutlich verbessern. Und das muss man einfach auch positiv sehen“, sagt sie am Wahlabend. Ihre Einstellung sei grundsätzlich: „Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Dass der Amtsinhaber Lederer das beste Ergebnis einfahren würde, sei ohnehin zu erwarten gewesen. In Hinblick auf die AfD hält Burgmeier fest: „Jede Stimme für die AfD ist eine Stimme für Hass und Hetze.“ Sie könne nur schwer nachvollziehen, wie man Politiker dieser Partei wählen könne.

Weit weg von der Stichwahl, nah dran an voller Zufriedenheit äußert sich am Ende des Abends der Fünftplatzierte. „Mir geht es mit der Landratskandidatur ganz gut“, sagt der Linken-Kandidat Martin Bauhof im Laufe des Wahlabends. Er sei „positiv überrascht“ von den 4,4 Prozent der Stimmen, die er holen konnte. Wen man vonseiten der Linken bei einer Stichwahl unterstützen werde, müsse zun

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