Waldkraiburg – Am vergangenen Samstag in den frühen Morgenstunden ging ein Alarm bei der Integrierten Leitstelle ein: offener Dachstuhlbrand in einem Mehrparteienhaus. Als die ersten Feuerwehren eintrafen, standen Teile des Daches bereits in Flammen. „Das Feuer brennt von innen nach außen durch das Dach“, so Andreas Englmeier, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Waldkraiburg. Einige Bewohner hatten das Feuer nicht bemerkt, wurden aber rechtzeitig evakuiert. Nach aktuellem Stand der Polizei wurde niemand verletzt.
Ein Zeitungsausträger habe auf seiner morgendlichen Route das Feuer bemerkt und die Bewohner aus dem Schlaf geklingelt, so Englmeier. Gemeinsam mit einer Mieterin, die das Feuer ebenfalls bemerkt hatte. Alle sechs Familien konnten so rechtzeitig und unverletzt ins Freie fliehen. „Dass es keine Verletzten gibt, ist wirklich sehr, sehr gut“, betont Kommandant Andreas Englmeier. „Alle paar Jahre hat man mal so einen Einsatz, aber das war schon etwas Besonderes.“
Das Haus wurde durch das Feuer, den massiven Rauch im Treppenhaus und das nötige Löschwasser für unbewohnbar erklärt. Doch in der Not zeigt sich der Zusammenhalt in der Region: Laut Stefan Sonntag von der Polizei Oberbayern Süd konnten alle sechs Parteien privat bei Verwandten und Freunden unterkommen.
Nachdem das Feuer gelöscht war, begann für das THW Mühldorf die technische Herausforderung. In stundenlanger Arbeit installierten die Helfer unter der Leitung von Zugführer Robert Bark eine großflächige Notabdeckung. Um die Bausubstanz vor der Witterung zu schützen, wurde eine Plane über dem Loch im Dach angebracht. Zuvor hatten die Helfer die Brandstelle nochmals intensiv mit Drohnen und Wärmebildkameras auf letzte Glutnester kontrolliert. „Die Befestigung war sehr aufwendig“, erklärt Bark. Die Spezialplane müsse nicht nur Regen abhalten, sondern auch starken Windböen einige Tage standhalten.
Warum das Feuer ausbrach, ist noch unklar. Die Kriminalpolizei hat den Brandort offiziell sichergestellt und mit den Ermittlungen zur Ursache begonnen. Fest steht bisher nur das finanzielle Ausmaß: Der Sachschaden liege nach ersten Schätzungen von Polizeisprecher Stefan Sonntag bei mehreren Hunderttausend Euro. Melanie Hoog