Details zur Tragödie am Petersberg

von Redaktion

Einsatzleiter spricht von der hohen Belastung auch für die Bergretter – Fast 100 Meter in die Tiefe gestürzt

Flintsbach – Einen solchen Fall hat auch Leonhard Pichler selten gesehen. „Unfälle mit einem solchen Muster haben wir am Petersberg sehr, sehr selten“, sagt der Bereitschaftsleiter der Bergwacht Brannenburg. In der Nacht auf Sonntag wurden er und seine Kollegen von einer Alarmierung aus den Betten gerissen. Die Meldung: eine abgestürzte Person im Bereich des Petersbergs bei Flintsbach.

Einsatz spät
in der Nacht

„Bei so einer Einsatzbeschreibung ist klar, dass die Zeit eine große Rolle spielt“, sagt Pichler. Sofort seien die Rettungskräfte zu dem beliebten, eigentlich kleinen Berg geeilt. Beim Eintreffen am Einsatzort war sehr schnell klar, dass sich eine Tragödie abgespielt haben musste.

Wie ein Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe bei der Grenzpolizei Raubling mitteilt, befand sich ein 46-Jähriger aus dem Landkreis Rosenheim gegen 2.30 Uhr mit Begleitern im Abstieg vom Petersberg. „Im oberen Bereich ist der Mann nach bisherigem Ermittlungsstand nach rechts von der Forststraße abgekommen und in den Wald abgestürzt“, sagt der Polizist. Die Stelle sei nicht weit davon entfernt, an der sich die Metallverbauungen zur Absturzsicherung befinden.

Wieso der Mann dort abgestürzt ist, dazu kann sich der Polizeibergführer noch nicht genauer äußern – auch, weil nach wie vor ermittelt wird. Was die Polizei bislang bekannt gibt, ist, dass der 46-Jährige und seine Begleiter zuvor auf einer Veranstaltung im Gasthaus am Gipfel vom Petersberg waren. Da der Abend etwas länger ging, sei die Gruppe erst in der Nacht abgestiegen. Nach ein paar Gehminuten sei er alleinbeteiligt vor den Augen der anderen in den Wald gestürzt. Das Verhängnisvolle sei gewesen, dass es an dieser Stelle steil nach unten geht, teilt der Polizist mit. „In dem Bereich befinden sich Felsbrocken und nicht mehr verwurzelte Bäume“, sagt er. Der Polizeibergführer schätzt, dass der 46-Jährige zwischen 50 und 100 Meter in die Tiefe gestürzt ist. Genauer könne er auch das noch nicht beziffern, da die Dunkelheit die Ermittlungen in der Nacht eingeschränkt habe. „Die Einsatzkräfte hatten allerdings von der Position des Mannes noch Sichtkontakt zum Weg“, sagt der Sprecher der Grenzpolizei Raubling.

Aufgrund der Steilheit des Geländes sei es nicht einfach und sogar gefährlich gewesen, zu dem Verunfallten zu kommen, sagt auch Leonhard Pichler von der Bergwacht.

„In dem Bereich der Einsatzstelle mussten wir auf Stein- und Baumschlag achten“, sagt der Bereitschaftsleiter. Daher sei zunächst eine Seilversicherung aufgebaut worden, damit die Retter sicher zum 46-Jährigen gelangten. Dort angekommen hätten sie sofort damit begonnen, den Mann zu reanimieren. Die Reanimationsmaßnahmen seien dann aber abgebrochen worden. Ein Notarzt der Bergwacht konnte nur noch den Tod des 46-Jährigen feststellen. Ein solcher Einsatz mit Todesfolge könne auch schnell mal für die Einsatzkräfte belastend sein. „In diesen Momenten funktioniert man am Berg einfach, auch um halb drei in der Früh“, sagt Pichler. Einsätze am Petersberg und der Hohen Asten seien allerdings keine Seltenheit.

Hoch frequentiertes
Wanderziel

Der Bereich gehöre zum Einsatzschwerpunkt der Brannenburger Bergwacht. „Das Gebiet ist ein sehr beliebtes und frequentiertes Wander- und Ausflugsziel“, sagt Pichler. Meist seien das internistische Krankheitsbilder wie etwa Herzinfarkte oder Kreislaufprobleme. Der Unfall in der Nacht auf Sonntag sei als tragischer Einzelfall einzuschätzen. Julian Baumeister

Artikel 1 von 11