Gratis-Döner von Söder: Hunderte stürmen Imbiss

von Redaktion

Ministerpräsident zum Wahlkampf-Endspurt für Stichwahl von Landrat und Oberbürgermeister in Rosenheim

Rosenheim – Um 12.30 Uhr gab es am vergangenen Samstag auf der Münchener Straße in Rosenheim kein Durchkommen mehr. Während einige Bürger etwas verwundert über den Ansturm waren, hatten andere ein klares Ziel: einen kostenlosen Döner ergattern, am besten noch aus der Hand von Ministerpräsident Markus Söder. Der hatte gemeinsam mit Landrat Otto Lederer und Oberbürgermeister Andreas März zum gemeinsamen Döner-Essen eingeladen. Die ersten 200 waren kostenlos.

Eingeladen wurde zum King-Imbiss. Groß darüber die Freude bei Inhaber Ilhan Naz. Nervös sei er trotzdem gewesen, sagt er. Denn wenn Söder einlädt, ist ein Ansturm vorprogrammiert. So auch an diesem Samstag. Ganz vorn in der Schlange standen Marlon, Andrea und Carlo. Eine Stunde lang harrten sie aus. Nicht nur für den Döner, sondern auch für ein Selfie mit Söder. „Das ist eine richtig coole Idee“, findet Andrea.

Eine Idee von
Daniel Artmann

Die Idee zum gemeinsamen Döner-Essen hatte der Rosenheimer CSU-Landtagsabgeordnete Daniel Artmann. Er habe Söder am Montag gefragt. Dieser habe nicht lange überredet werden müssen. Vielleicht auch deshalb, weil Söder ein Döner-Liebhaber ist. Neben seiner eigenen Döner-Marke gibt es auch Shirts. Darauf zu sehen ist der CSU-Chef als Döner-Mann am Drehspieß. Darüber findet sich der Schriftzug „Söder Kebab“. Zum Termin in Rosenheim hatte er das T-Shirt zwar als Souvenir dabei, er selbst trug aber eine Schürze mit dem Aufdruck „Söder grillt“. „Ich habe gehört, in Rosenheim gibt es den besten Döner in ganz Bayern“, sagte er. Applaus. Jubel. Innerhalb weniger Sekunden hatte der bayerische Ministerpräsident die Anwesenden um den Finger gewickelt.

Und überhaupt hätte man an diesem Samstag meinen können, dass ein Popstar zu Besuch in Rosenheim ist. Von Polizei und Security einmal abgesehen, gibt es wohl kaum einen Politiker, der bei Selfies so gefragt ist. Auf dem Weg vom Auto zum Imbiss lächelte er in zahlreiche Handykameras. Er schüttelte Hände, machte Small Talk. Vor dem „King Imbiss“ angekommen, schnappte er sich das Mikrofon. Söder wäre nicht Söder, wenn er sich nicht Zeit für eine kurze Rede nehmen würde. Denn natürlich ging es an diesem Tag nicht nur um Döner. Es ging hauptsächlich darum, CSU-Landrat Otto Lederer und Oberbürgermeister Andreas März (CSU) bei der Stichwahl zu unterstützen. Lederer muss gegen den Freien Wähler Sepp Hofer ran, März gegen Herausforderer Abuzar Erdogan (SPD).

„Oberbürgermeister und Landrat brauchen nächste Woche Ihre Unterstützung“, sagte Söder, bevor er sich die Ärmel hochkrempelte und sich einen Platz am Döner-Grill von Ilhan Naz suchte. Direkt zwischen Lederer und März. Beide waren bereits von Ilhan Naz und seinen Mitarbeitern eingearbeitet worden. Fleisch, Brot, Gemüse und Soßen. Alles hat bei Naz seinen Platz. „Alle drei haben ihren eigenen Bereich bekommen“, erklärte er kurze Zeit später.

Lederer füllte den Fladen mit Fleisch, März fügte Salat, Tomaten und Soße hinzu. Söder reichte den fertigen Döner an die Kunden. Mal mit Foto, mal ohne. „Stadt und Land haben Hand in Hand gearbeitet und der Ministerpräsident dazwischen. Es hat wirklich geflutscht“, sagte Lederer kurz nach der Aktion. „Wir haben die Döner wie am Fließband an den Mann und an die Frau gebracht.“

Das bestätigt auch Oberbürgermeister Andreas März. Insgesamt wurden 400 Döner zubereitet – nachdem die ersten 200 weg waren, stockte Artmann noch einmal auf. „Da merkt man schon, was man getan hat“, sagte März. Er sei zufrieden mit der Aktion und habe nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen kommen. „Es war eine sehr gute Werbung für unsere Stadt. Wir haben viele tolle Bürger, die richtig gute Laune haben“, sagte er.

Auch Lederer zieht ein positives Fazit: „Für uns war die Aktion wirklich großartig. Die Stimmung war toll. Das Ziel sei „voll und ganz erreicht worden“, nämlich, auf die Stichwahl am 22. März aufmerksam zu machen. „Wir wollten die Leute dazu motivieren, wählen zu gehen“, fügte er hinzu.

Während Lederer und März hinter der Theke standen, suchten Daniela Ludwig, Parlamentarische Staatssekretärin beim Innenministerium, Landtagsabgeordneter Daniel Artmann und CSU-Kreisvorsitzender Klaus Stöttner das Gespräch mit den Menschen davor. Es wurde gelacht, fotografiert und noch einmal an die Stichwahl erinnert. Nach einer Stunde war die Schlange vor dem King-Imbiss zwar immer noch nicht kürzer, für Söder hieß es aber trotzdem Abschied nehmen. Noch einmal posierte er für Selfies, schüttelte Hände und winkte der Menschenmasse zu, bevor er sich auf den Weg zu seinem nächsten Termin machte.

„Es war ein richtig
tolles Erlebnis“

„Es war ein richtig tolles Erlebnis. Alles hat super funktioniert und die Zusammenarbeit war sehr gut“, sagte Ilhan Naz kurz danach. Was ihn besonders beeindruckt hat: März, Lederer und Söder seien eine Stunde lang bei ihm im Geschäft gewesen und hätten mit angepackt.

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