Schwerer Reisebus-Unfall am Irschenberg

von Redaktion

Eingeklemmten Bub mit Rettungsschere befreit – Fahrer schwer verletzt – Unfallverursacher im Inntal gestoppt

Irschenberg/Inntal – Nachdem sich am Samstagmittag (14. März) auf der A8 im Bereich Irschenberg ein schwerer Verkehrsunfall ereignet hat, werden nach und nach nähere Informationen zur Unglücksursache bekannt. Wie berichtet, kollidierten gegen 12.30 Uhr zwei Reisebusse aus Hessen – überwiegend mit Kindern und Jugendlichen besetzt –, die von München kommend in Richtung Salzburg auf dem rechten Fahrstreifen hintereinander fuhren. Mehrere Personen wurden verletzt, ein Großaufgebot an Polizei, Feuerwehr- und Rettungskräften war im Einsatz. Auch drei Hubschrauber waren vor Ort. Doch wie kam es zu dem folgenschweren Zusammenstoß?

Gefahrenbremsung
vollzogen

Beteiligt waren nach ersten Erkenntnissen der Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim nicht nur die beiden Busse, sondern mindestens noch ein Pkw. Jenes Fahrzeug mit niederländischer Zulassung wollte an der Anschlussstelle Irschenberg in Fahrtrichtung Salzburg auf die Autobahn fahren. Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass auf dem Beschleunigungsstreifen vor dem Niederländer vermutlich ein weißes Auto unterwegs war, das bremste. Infolgedessen zog der niederländische Fahrzeugführer nach links auf die durchgängige Fahrbahn. Dort näherte sich jedoch von hinten der erste Reisebus, der stark abbremste und somit einen schweren Zusammenstoß verhinderte, jedoch den Pkw im Heckbereich touchierte. Wie die Polizei berichtet, konnte der zweite nachfolgende Reisebus aufgrund dieser Gefahrenbremsung eine Kollision mit dem vorausfahrenden Bus nicht mehr verhindern und es kam zum Zusammenstoß. Hierbei wurde ein minderjähriger Businsasse des auffahrenden Reisebusses eingeklemmt und musste durch die Feuerwehr befreit werden. „Als wir am Einsatzort eintrafen, befanden sich zwei Busse auf dem Beschleunigungsstreifen“, erklärt Josef Erhart, Kommandant der Feuerwehr Irschenberg, gegenüber dem OVB. Die meisten Insassen seien zu diesem Zeitpunkt bereits durch Lehrer oder Betreuer auf die Wiese neben der Autobahn gebracht worden. „Allerdings war eine Person noch im hinteren Bus im Fußbereich eingeklemmt“, sagt Erhart, der die Einsatzleitung innehatte. Mittels „hydraulischem Rettungsgerät“, wozu etwa eine hydraulische Schere und ein Spreizer gehörten, habe man den Bub auf dem Beifahrersitz in kurzer Zeit befreien können. „Dabei haben wir die Türe entfernt, das Armaturenbrett nach vorne geschoben und die Person anschließend schonend aus dem Bus befördert und dem Rettungsdienst übergeben“, so der Kommandant. Der Minderjährige wurde durch einen Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.

Beim Unfall wurde zudem der Busfahrer des auffahrenden Busses schwer verletzt und ins nächstgelegene Krankenhaus zur stationären Behandlung gebracht. Ambulant wurden zwei weitere Schüler in umliegende Krankenhäuser gebracht und dort versorgt, aber am selben Tag noch entlassen, teilte die Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim mit. Ein Polizeisprecher konnte am Sonntagvormittag (15. März) auf OVB-Nachfrage keine neuen Informationen zum Gesundheitszustand der Verletzten mitteilen. Auch zum genauen Unfallhergang sei bisher nichts Neues bekannt.

Vor Ort wurden durch den Rettungsdienst mindestens zwei weitere Personen behandelt. Die A8 war im betroffenen Bereich für rund dreieinhalb Stunden teilweise komplett gesperrt. Die beiden beschädigten Busse wurden laut Polizeiangaben geborgen und abgeschleppt. Wie die Verkehrspolizei sowie die Feuerwehr Irschenberg mitteilten, wurden die Businsassen mit einem Feuerwehrbus in die nahegelegene Turnhalle in Irschenberg gebracht und dort durch den Rettungsdienst versorgt und betreut. „Die Schüler waren dort dann noch bis circa 16.40 Uhr“, erklärt Kommandant Erhart. Im Anschluss konnten die Schüler und Lehrer durch seitens des Busunternehmens organisierte Ersatzbusse die Reise fortsetzen. Während an beiden Bussen Totalschaden entstand – die Schadenssumme wird auf rund 500.000 Euro geschätzt –, sei der niederländische Fahrzeugführer nach der Bus-Kollision zunächst weitergefahren. Laut Polizeiangaben konnte der Pkw-Fahrer jedoch im Zuge einer Fahndung von Kräften der Polizeiinspektion Brannenburg im Bereich Kiefersfelden angetroffen werden. Wie genau die Polizei das Fahrzeug ausfindig machen konnte und was danach mit dem Fahrer passierte, ist bislang unklar. Hierzu konnten weder die Verkehrspolizei noch eine Sprecherin der PI Brannenburg am Sonntag auf OVB-Anfrage Angaben machen.

Ermittlungen
dauern noch an

Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern derzeit noch an. Im Einsatz befanden sich neben Polizeibeamten zahlreiche Rettungsdienstkräfte, Feuerwehrkräfte der umliegenden Feuerwehren – Irschenberg, Weyarn, Miesbach, Au und Parsberg – sowie zwei Rettungshubschrauber und ein Polizeihubschrauber. Die Polizei bittet alle, die mögliche Beobachtungen zum Unfallhergang gemacht haben, um Mitteilung bei der Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim (Telefon 08035/9068-110).

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