„Ein Ort, an dem Liebe gelebt wird“

von Redaktion

Das Caritas „Haus Christophorus“ in Brannenburg ist gestern offiziell eingeweiht worden. Der Erweiterungsbau, der 45 Menschen mit Handicap ein Zuhause bietet, wurde durch eine Rekordspende der OVB-Leser in Höhe von mehr als 1,2 Millionen Euro im Rahmen der Weihnachtsaktion 2020 ermöglicht.

Brannenburg – Es ist vollbracht. Das Caritas „Haus Christophorus“ in Brannenburg – ein Zuhause für 45 Menschen mit schwersten körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen – wurde gestern feierlich eingeweiht. „Einen maßgeblichen Anteil daran haben unsere Leser“, dankte OVB-MEDIA-Chefredakteur Christoph Maier den etwa 19.000 Spendern für ihre überwältigende Solidarität. „In der Corona-Krise, einer Phase großer Unsicherheit, haben unsere Leser Herz gezeigt und eine Rekordsumme von 1,23 Millionen Euro gespendet.“ Solch eine gewaltige Summe hatte es in der über 30-jährigen Geschichte der OVB-Weihnachtsaktion, die seit 2025 unter der Dachmarke „HeimatLichter“ (OVB-Stiftung) steht, noch nie gegeben.

OVB-Leser
haben Großes bewirkt

Die OVB-Leser haben Großes bewirkt und die sozialen Strukturen in der Region nachhaltig gestärkt. Aus dem „Haus Christophorus“ ist ein moderner, generationsübergreifender Lebensraum für Menschen mit schwersten körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen geworden. Heute leben hier 45 Bewohner im Alter zwischen drei und 70 Jahren. Etwa 80 Mitarbeiter mit 16 unterschiedlichen Berufen sorgen dafür, dass sie sich wohlfühlen.

„Was gibt es Schöneres, als in Brannenburg zu leben?“, sagte Augustinus Bauer, Präses des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising. In seiner Predigt dankte er Gott „für die wunderbaren Menschen“, die im Haus Christophorus leben und arbeiten. „Ihr seid etwas ganz Wertvolles. Ihr seid Gottes Bau.“ In ihren Fürbitten dankten die Mitarbeiter allen Spendern, die „uns erleben lassen, wie wichtig Solidarität in unserer Gesellschaft ist“.

Mehrere Generationen
unter einem Dach

Es sei ein Haus, das Sicherheit biete, „in dem der Mensch das sein darf, als was Gott ihn gemeint hat“, würdigte Michael Krauß, evangelischer Pfarrer in Brannenburg, das „Haus Christophorus“ als einen Ort, „an dem Liebe gelebt wird, sich Menschen entfalten können und ihnen dort geholfen wird, wo sie an ihre Grenzen geraten“.

„Hier wird gelebt, gelacht, gewohnt, betreut, gefördert und gepflegt“, machte Landrat Otto Lederer auf das Besondere des „Haus Christophorus“ aufmerksam. In dieser spezialisierten Einrichtung leben Menschen mit schwersten körperlichen und geistigen Behinderungen, die eine intensive medizinische und pflegerische Betreuung bis hin zur palliativen Begleitung benötigen. Dazu gehören Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Dass das „Haus Christophorus“ ein Mehrgenerationenhaus ist, in dem Menschen mit Handicap bis an ihr Lebensende bleiben dürfen, ist außergewöhnlich. Deshalb dankte der Landrat auch den Behörden für die fachübergreifende Zusammenarbeit – der Heimaufsicht für Erwachsene im Landratsamt Rosenheim und der Heimaufsicht für Kinder bei der Regierung von Oberbayern.

Vor allem aber dankte er den Mitarbeitern, die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für ihre Bewohner da sind, ihnen durch kompetente und liebevolle Begleitung ein Zuhause schenken und die Einrichtung erst möglich machen. „Es ist außergewöhnlich, was ihr für unsere Gesellschaft leistet.“

„Wenn unsere Kinder die Bauaufsicht übernommen haben, hat alles bestens funktioniert“, erinnerte Einrichtungsleiterin Alexandra Huber in humorvoller Weise an die Höhen und Tiefen der Bauphase. Diese war eine besondere Herausforderung für Bewohner und Mitarbeiter, denn nicht nur der Erweiterungsbau des „Haus Christophorus“ ist entstanden.

Ein Zuhause voller
Liebe und Fürsorge

Auch die Bestandsgebäude wurden umfassend saniert und renoviert, Heizung und Elektrik erneuert, die Förderbereiche für Kinder und Erwachsene neu gestaltet, eine Wohngruppe vergrößert und die Außenanlagen neu gestaltet. Und alles bei laufendem Betrieb einer Einrichtung, in der Menschen mit intensiver medizinischer und pflegerischer Versorgung sowie hohem Schutzbedarf betreut werden.

Das „Haus Christophorus“ sei nicht einfach nur eine Wohneinrichtung. „Es ist ein Zuhause mit ganz viel Herz und mit Seele“, betonte Petra Schubert, beim Caritasverband für Teilhabe und Inklusion verantwortlich. Ob Bewohner oder Mitarbeiter – hier sei jeder angenommen. Wie in jeder Familie werde gemeinsam gelacht und in schweren Stunden auch gemeinsam geweint. „Das Herz dieses Hauses ist Einrichtungsleiterin Alexandra Huber“, sagte Petra Schubert – mit großem Beifall und Jubel stimmten Bewohner und Mitarbeiter in die Würdigung von „Mama Brannenburg“ ein.

„Es ist wirklich eine tolle Einrichtung. Das Spendengeld ist richtig gut investiert“, freute sich OVB-MEDIA-Chefredakteur Christoph Maier nach dem Rundgang durch das „Haus Christophorus“. Auch Thomas Schwarz, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising, würdigte die große Solidarität der OVB-Leser. „Ohne diese Spendenaktion wäre all das nicht möglich gewesen.“ Ganz besonders dankte er Hans Borowski (84). Der Brannenburger hatte bei der Weihnachtsaktion „Leser zeigen Herz“ eine außergewöhnliche Spende in Höhe von 100.000 Euro übergeben.

Für Borowski ist diese Unterstützung weit mehr als eine finanzielle Hilfe – sie hat eine ganz besondere, persönliche Bedeutung. „Die Spende ist meiner Frau Christl gewidmet“, sagte er tief bewegt. Sie war viele Jahre lang Gemeinderätin in Brannenburg und hat sich ein Leben lang für soziale Anliegen eingesetzt. In Brannenburg baute sie unter anderem die Versorgung von Senioren mit „Essen auf Rädern“ auf. Christl Borowski ist im Jahr 2019 im Alter von 79 Jahren verstorben. Mit seiner Spende verbindet ihr Mann Hans den Wunsch, dass „in ihrem Sinne Mitmenschlichkeit und soziales Engagement in Brannenburg weiterleben“.

OVB-Weihnachtsaktion 2026

Artikel 2 von 9