Mühldorf/München/Rosenheim – In München sollen in Zukunft Züge aus Mühldorf wieder am seit Jahren stillgelegten Südbahnhof halten. Dieser „Regionalzughalt Poccistraße“ soll für Pendler und andere Zugfahrer eine echte Zeitersparnis mit sich bringen. Denn an der Poccistraße sollen sie künftig direkt zu den U-Bahnlinien U3 und U6, den Buslinien 62, N40 und N41 sowie auf die geplante U9 umsteigen können. Damit fallen die Weiterfahrt vom Ost- bis zum Hauptbahnhof sowie weitere Umstiege weg, Ziele in der Innenstadt sollen schneller zu erreichen sein.
Anfang der 2030er-Jahre
soll es so weit sein
Diesen neuen Bahnhof könnten tagtäglich Tausende Bahnfahrer nutzen, ob für den Weg zur Arbeit oder einfach für einen Besuch in München. „Auf der Strecke Mühldorf – München waren im Jahr 2025 von Montag bis Freitag täglich rund 11.800 Personen unterwegs“, teilt eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen mit. Auf der „Zubringerstrecke“ von Burghausen über Altötting nach Mühldorf sind von Montag bis Freitag rund 3.000 Reisende unterwegs.
„Der Freistaat Bayern und die Deutsche Bahn haben am 19. Januar 2026 den Planungs- und Realisierungsvertrag für einen neuen Regionalzughalt an der Münchner Poccistraße geschlossen“, teilt ein Bahnsprecher zu dem Projekt mit. „Der Baubeginn soll 2029 erfolgen, die Inbetriebnahme ist für Anfang der 2030er-Jahre geplant.“ Finanziert werden soll das Ganze durch Mittel des Freistaats Bayern und des Bundes.
Fahrgäste aus den östlichen – wie Mühldorf – und südöstlichen Teilen – wie Rosenheim und Chiemgau – und der Metropolregion München können künftig bequemer in die Innenstadt fahren, heißt es dazu von der Deutschen Bahn (DB). Die Bahnhöfe Marienplatz, Hauptbahnhof und Ostbahnhof würden dadurch entlastet.
Die Regionalzüge aus Richtung Mühldorf und Rosenheim befahren derzeit den sogenannten Südring noch ohne Zwischenhalt vom Ostbahnhof zum Hauptbahnhof. Der künftige Südbahnhof an der Poccistraße liegt ungefähr in der Mitte dieser Strecke. Das Herausfordernde an diesem Projekt: „Die 340 Meter lange Plattform samt barrierefreiem Zugang wird in das bestehende Gleisbett integriert und inmitten des laufenden Betriebs entstehen“, so die DB. Zwei Gleise müssen verschoben, zwei bestehende Weichen neu angeordnet und ein Abstellgleis zurückgebaut werden.
„Der neue Regionalzughalt an der Poccistraße wirkt wie eine zusätzliche Arterie im Münchner Verkehrsnetz“, schwärmt Heiko Büttner, DB-Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern.
Güterzugverkehr
soll verlegt werden
„Er verbindet den Regionalverkehr direkt mit der U-Bahn. Das nimmt Druck von den stark belasteten Umsteigepunkten in der Innenstadt, spart den Fahrgästen Zeit beim Umsteigen und macht das gesamte System stabiler und attraktiver.“ Sogar der Fußweg zum Oktoberfest verkürzt sich von der neuen Haltestelle aus um einige Hundert Meter.
Diese Verbesserung für Fahrgäste soll mit einer Umleitung des Güterverkehrs einhergehen, der aktuell noch auf der Strecke zwischen Ostbahnhof und Hauptbahnhof rollt. Die Bahn will künftig nahezu den gesamten Güterzugverkehr vom Südring auf den Nordring legen. Die meisten Güterzüge aus oder nach Österreich, Italien und dem Chemiedreieck bei Burghausen sollen dann nördlich an München entlangfahren.