München/Rosenheim/Brannenburg – Ein Hilfstransport mit medizinischen Geräten und weiteren Sachspenden hat in dieser Woche besonders schutzbedürftige Menschen in der Ukraine in den Fokus gestellt. Die Münchner Hilfsorganisation LandsAid organisierte gemeinsam mit Partnern vor Ort den Transport dringend benötigter medizinischer Hilfsgüter in das Kriegsgebiet, wie die Organisation mitteilt. LandsAid ermittelte den Bedarf und initiierte die Aktion, der Verein „Begegnungen mit Menschen – Humanitäre Hilfe weltweit“ aus Unterreit übernahm die Organisation und Abwicklung des Transports sowie der gesamten Logistik. Die Verladung erfolgte gemeinschaftlich mit dem Romed- Klinikum Rosenheim, das nach eigenen Angaben großzügig medizinische Ausstattung bereitstellte. Unterstützt wurde die Aktion zudem vom Sanitätshaus Estner aus Brannenburg.
Für Andreas „Ranger“ Bauer, Gründer und Vorsitzender des Vereins „Begegnungen mit Menschen“, ist die Unterstützung von Menschen in Not seit über 25 Jahren eine Herzensangelegenheit. Der Verein engagiert sich nach eigenen Angaben weltweit, unter anderem in Pakistan, Uganda, Kolumbien, Nepal und der Ukraine, und organisiert ehrenamtlich Transporte und Sachspenden für Krisengebiete. Aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine versuche man alles in der eigenen Macht Stehende, um die Menschen dort zu unterstützen, erklärte Bauer.
Das Romed-Klinikum Rosenheim spendete 32 Pflegebetten samt Matratzen und mehreren Nachtschränkchen. Das Sanitätshaus Estner aus Brannenburg stellte elf Rollstühle, 16 Rollatoren und elf Toilettenstühle bereit. Nach Angaben von Inhaber Franz Estner sollen funktionstüchtige Hilfsmittel nicht entsorgt werden, sondern in der Ukraine noch wertvolle Dienste leisten und zur Linderung des Leids beitragen. Als Familienbetrieb sei man seit jeher sozial engagiert und versuche zu unterstützen, wo Hilfe gebraucht werde. Die Helfer prüften die Hilfsgüter auf ihre Funktionsfähigkeit, verstauten sie sicher im Lkw und luden zusätzlich weiteres medizinisches Material sowie Lebensmittel ein.
Die Bedarfsanfrage war wenige Wochen zuvor an Josef Bauer, Leiter der Infrastruktur am Romed-Klinikum Rosenheim, und an Iris Brauer, langjährige Mitarbeiterin des Hauses, herangetragen worden. Beide engagieren sich seit einigen Jahren ehrenamtlich für Hilfstransporte nach Serbien, Albanien, Montenegro und in die Ukraine und versuchen, aussortierte Hilfsgüter nicht dem Wertstoffhof zuzuführen, sondern einer sinnvollen Weiterverwendung zukommen zu lassen. Brauer betonte, sie sei froh, dass die Hilfsgüter gemeinsam auf den Weg gebracht werden konnten. Es habe sich um eine große Gemeinschaftsaktion gehandelt, bei der nur durch das Zusammenspiel aller Beteiligten sichergestellt werden könne, dass die Hilfsgüter zuverlässig dorthin gelangen, wo sie dringend benötigt werden.
Die Sachspenden gingen an den LandsAid-Projektpartner Caritas Khmelnytskyi in der Ukraine. Gemeinsam werde dort ein Projekt zur Unterstützung besonders schutzbedürftiger Personengruppen umgesetzt. Ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen erhalten medizinische und soziale Unterstützung direkt im häuslichen Umfeld. Dazu zählt die Bereitstellung von Pflegebetten, weiteren Hilfsmitteln und Hygieneartikeln, damit die Betroffenen in den Krisengebieten trotz der schwierigen Lage bestmöglich versorgt werden.
LandsAid-Vorständin Michaela Wiese erklärte, man freue sich sehr, dass die Hilfsgüter gemeinsam mit den Partnern bereitgestellt werden konnten. Im Namen der ukrainischen Partnerorganisation Caritas Khmelnytskyi hob sie hervor, jede Spende, jede Stunde Einsatz und jede Kooperation zähle, verändere Leben und gebe Menschen in Not lebenswichtige Unterstützung.
Ein besonderer Dank gelte den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die die Aktion mit ihrem Engagement möglich machten.