Kommentar

Bittere Klatsche für die CSU

von Redaktion

Von Rosi Gantner

Rabenschwarzer Wahlsonntag für die CSU in Stadt und Landkreis Rosenheim: Während Landrat Otto Lederer (CSU) mit vergleichsweise knappem Vorsprung auf Sepp Hofer (Freie Wähler) im Amt bleiben kann, wählte die Stadt Rosenheim ihren Oberbürgermeister Andreas März ab – und votierte mehrheitlich für den SPD-Politdurchstarter Abuzar Erdogan, der damit die Sensation schaffte. Nach einem unheimlich engagierten und inhaltlich fokussierten Wahlkampf setzte sich Erdogan (32) gegen den Amtsinhaber durch, der damit nach nur einer Wahlperiode den Chefsessel im Rosenheimer Rathaus wieder räumen muss.

Doch nicht nur der Verlust des prominenten Oberbürgermeisterpostens in Rosenheim schmerzte auf der „Wahlparty“ der CSU am Sonntagabend – im gesamten Landkreis setzte sich der Flächenbrand fort: In der Stadt Bad Aibling kegelte ÜWG-Kandidatin Kirsten Hieble-Fritz Amtsinhaber Stephan Schlier (CSU) aus dem Rathaus. In Kolbermoor feierte Thomas Rothmayer, Parteifreie, einen Erdrutschsieg gegen den jungen CSU-Kandidaten Leonhard Sedlbauer. In Raubling machte Franziska Pfaffenhuber (Freie Wähler) das Rennen vor Michael Linnerer (CSU). Niederlagen hagelte es für die CSU auch in Brannenburg und Rimsting, wo Unparteiische und eine Ortsgruppe die Nase vorn hatten.

In den Gesichtern der führenden CSU-Politiker spiegelte sich nach der krachenden Wähler-Klatsche am Wahlabend Ratlosigkeit wider. Die Fassungslosigkeit ob der teils deutlichen Stichwahl-Niederlagen war spürbar. Für die CSU in Stadt und Landkreis Rosenheim dürfte dieser Tag eine bittere Lehrstunde sein – zeigt es doch, dass selbst im beschaulichen Oberbayern die CSU keine gesetzte Kraft mehr ist und als Rathaus-Chef mehr gefragt ist als reines Verwalten.

Beherzte, hoch engagierte Herausforderer, die sich mit Leidenschaft und großem Ehrgeiz in den Wahlkampf schmissen, schafften es, ihre Wähler zu mobilisieren – und letzten Endes auch zu überzeugen. Nun liegt es an ihnen, die Wähler in den kommenden sechs Jahren nicht zu enttäuschen.

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