Oberaudorf/Brannenburg/
Bayrischzell – Die Nachricht wird neben den Anwohnern vor allem den Motorradfahrern nicht gefallen. Von heute, Montag, 30. März, bis Mittwoch, 22. April, wird die meistgenutzte Straße vom Inntal hinauf zum Sudelfeld komplett gesperrt. Zwischen Tatzelwurm und Niederaudorf im Bereich von Rechenau gibt es in diesem Zeitraum kein Durchkommen.
Maßnahmen betreffen
fast den ganzen April
Der Grund für die Vollsperrung liegt laut Rosenheimer Landratsamt an „dringend notwendigen“ Hangsicherungsarbeiten. „Die Tiefbauverwaltung führt diese wichtigen Sicherungsmaßnahmen an der Böschung durch, um die Verkehrssicherheit langfristig zu gewährleisten“, heißt es vonseiten des Landratsamtes. Eine Alternative aus dem Inntal führt somit nur über die kostenpflichtige Mautstraße, die von Brannenburg aus über die Tatzelwurmstraße hinauf auf das Sudelfeld führt. Autofahrer müssen hier allerdings vier, Motorradfahrer drei Euro für die Nutzung der Privatstraße zahlen. Die zweite Möglichkeit führt über Kufstein, Thiersee und Bayrischzell. Das bedeutet allerdings einen Umweg von rund 25 Kilometern, der um die 30 Minuten kostet.
Besonders betroffen sind neben den Anwohnern und Landwirten vor allem die Motorradfahrer. Denn während die Skisaison und der dazugehörende Liftbetrieb am Sudelfeld laut dem Betreiber „offiziell am 22. März beendet wurde“, nutzen bei gutem Wetter bereits die Biker die Passstraße für eine erste Ausfahrt. Bis 22. April wird das zumindest von Oberaudorf aus allerdings nicht möglich sein. Mit dem Beginn der Arbeiten greift auch das vor einem Jahr eingeführte einseitige Fahrverbot.
Bereits ab dem 1. April und damit einen Monat früher als 2025 dürfen Motorradfahrer zwischen 11 und 21 Uhr nur noch von Bayrischzell aus Richtung Inntal fahren. Umgekehrt ist das Befahren der Strecke für diesen Zeitraum verboten. Die häufig diskutierte, einseitige Sperre gilt bis zum 31. Oktober 2026.
Dass an der Passstraße regelmäßig gearbeitet wird, ist allerdings nicht ungewöhnlich. Genau vor einem Jahr wurde die Straße zu einem ähnlichen Zeitpunkt im Bereich des „Schindergrabens“ geschlossen. Laut Landratsamt ist das unumgänglich, um Straßen am Hang langfristig zu sichern. Dabei werde auch eine einseitige Sperrung der Straßen mit überprüft und, wenn möglich, auch umgesetzt, wie bei den Baumfällarbeiten im Jahr 2023.
Die Oberaudorfer
kennen das Problem
Doch der Platz hinauf zum Sudelfeld ist seit jeher begrenzt und die teilweise großen Baumaschinen nehmen viel davon ein. Für Anwohner und tägliche Nutzer der Straße werden es daher wieder vier zeitintensive Wochen.
Einige direkt Betroffene, wie Markus Hofer, nehmen es allerdings gelassen. „Wenn der Hang und damit die Straße in Zukunft vor weiterem Abrutschen gesichert ist, bin ich mehr als zufrieden“, sagte er bereits bei der vergangenen Sperrung gegenüber dem OVB.