Kolbermoor – Kleiner Aussetzer, große Wirkung: Nach dem Ausritt eines Tanklastwagens, wohl wegen eines technischen Defekts, musste am gestrigen Montagvormittag die Westtangente komplett gesperrt werden.
Das Schwergewicht wieder auf die Straße zu bringen, erwies sich als aufwendig. Für fast eine Dreiviertelstunde ging zwischen der Autobahnanschlussstelle und Kolbermoor nichts mehr. Die Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Rosenheim leitete mit Unterstützung der Polizeiinspektion Bad Aibling den Verkehr von der B15 aus um. Der 66-jährige Fahrer des Tankwagens hatte das Fahrzeug gegen 8 Uhr vor der Ausfahrt „Schwaig“ auf dem Pannenstreifen zunächst zum Stehen gebracht. Nach Auskunft der VPI löste sich dann aber die elektronische Handbremse, und das schwere Fahrzeug rollte in den Graben. „Das war eher ein Missgeschick als ein Unfall“, so fasste ein Beamter der Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim das Geschehen zusammen.
Die Bergung gestaltete sich schwierig: Ein großes Bergungsfahrzeug musste eingesetzt werden, dazu ein Autokran, der den abgerutschten Lkw gegen das Umkippen sicherte.
Für die Umwelt habe keine Gefahr bestanden, heißt es seitens der Polizei. Der Lkw habe den Diesel-Zusatz AdBlue geladen, es sei aber nichts ausgetreten. AdBlue ist nicht kennzeichnungspflichtig, es gilt gemäß europäischem Wasserrecht als „schwach wassergefährdend“.
Der 66-jährige Lkw-Fahrer blieb unverletzt. Das Missgeschick stellte allerdings viele Autofahrer auf eine Geduldsprobe. Wegen der Vollsperrung für die Bergungsaktion zwischen 9.30 und 10 Uhr mussten sie umgeleitet werden. Der Zwischenfall habe insgesamt aber nur für leichte Behinderungen gesorgt, hieß es gestern seitens der Verkehrspolizei. Michael Weiser