„Sicherheit geht vor Schnelligkeit“

von Redaktion

In Ostermünchen haben 29 Landwirtschaftslehrlinge beim regionalen forstlichen Wettbewerb ihr praktisches Können und theoretisches Wissen rund um Motorsägearbeit, Pflanzung und Waldkunde unter Beweis gestellt. Dabei flogen auch die Späne.

Ostermünchen – 29 Landwirtschaftslehrlinge aus den Ausbildungsbetrieben der gesamten Region haben beim Regionalentscheid des forstlichen Wettbewerbs in Ostermünchen ihr Können und ihr erworbenes Fachwissen gezeigt.

Forstwirtschaftliche Wettbewerbe in Bayern fördern die Ausbildung, Sicherheit und das Fachwissen von Azubis in der Land- und Forstwirtschaft. Sie bestehen aus praktischen Disziplinen wie Motorsägearbeit oder Pflanzung sowie Theorie. Die Wettkämpfe dienen der Vorbereitung auf die Praxis und der Unfallverhütung. Regionale Entscheide finden regelmäßig statt. 

Zahl weiblicher
Teilnehmerinnen stabil

Erfreulicherweise waren auch in diesem Jahr wieder fünf weibliche Teilnehmerinnen unter den Prüflingen, die sich auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Alois Kalteis maßen. „Wir sind immer wieder froh, wenn wir neue fachkundige Azubis bekommen“, sagte Kalteis, der gleichzeitig Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (WBV) Rosenheim ist. „Die Zahl an weiblichen Teilnehmerinnen ist mittlerweile sehr stabil“, betonte Christian Tegethoff, Berater für Bildungsfragen in der Landwirtschaft im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Rosenheim. 

Beim Wettkampf selbst konnten sich die Auszubildenden an verschiedenen Stationen zeigen, was sie bereits können. Und es machte ihnen sichtlich Spaß, das vorhandene Wissen in der Praxis vor den kritischen Augen der Prüfer zu zeigen.

„Sicherheit geht aber vor Schnelligkeit“, betonte dabei Michael Luckas, Leiter der Abteilung Forsten beim AELF. Denn der sichere Umgang mit der Motorsäge stand im Vordergrund. Größte Aufmerksamkeit erforderte naturgemäß der Umgang mit Säge, Fallkerbsehne, Fällschnitt und Bruchstufe – die Auszubildenden mussten auf vieles achten. 

„Leider sind heuer schon wieder zu viele Unfälle passiert“, offenbarte Luckas. In Schutzkleidung und mit der angebrachten Vorsicht schnitten die Jugendlichen höchst konzentriert die Baumstämme zu. Aufmerksam beobachtet von den etwa 20 Wettkampfleitern.

Theoretisches Wissen
rund um den Wald

Ziele und Inhalte des forstlichen Wettbewerbs in Ostermünchen waren die Förderung der Fertigkeiten im Umgang mit der Motorsäge (Fällschnitt, Fehlersuche). Ferner die Sicherheit (Sensibilisierung für Gefahren und Unfallverhütung bei der Waldarbeit), die Praxis bei Pflanzung und Pflanzgutbeurteilung sowie bei der Stockbeurteilung. Natürlich fehlte auch ein Wissenstest zu forstlichen Themen nicht.

Am Ende entschied die beste Kombination aus Präzision, Konzentration und Ausdauer sowie dem theoretischen Wissen rund um den Wald. Nach gut drei Stunden war die Arbeit getan und die Prüflinge durften im Landgasthof zur Post in Ostermünchen das verdiente Mittagessen einnehmen. So gestärkt wurden dann die Ergebnisse verkündet.

Beste drei Teilnehmer
ausgezeichnet

Die besten drei waren dabei Leonhard Lampersberger, Marinus Singer und Josef Mayr. Die Preise für die Sieger wurden von örtlichen Organisationen und Vereinen gestiftet. Christian Tegethoff bedankte sich hier beim Maschinenring Rosenheim, beim VLF Rosenheim (Verband für landwirtschaftliche Fortbildung), beim Bauernverband Rosenheim sowie bei den Waldbesitzervereinigungen Wasserburg und Rosenheim und dem Versicherungsträger SVLFG.

In seinem Grußwort stellte Alois Kalteis die WBV Rosenheim und deren Aufgaben vor und motivierte die Azubis, sich weiter in der Waldwirtschaft fortzubilden. Florian Hötzelsberger vom Maschinenring Rosenheim stellte den Maschinenring und dessen Tätigkeitsfelder vor. Er verwies darauf, wie wichtig der Wald in der heutigen Zeit sei und stellte heraus, dass sehr viele landwirtschaftliche Betriebe einen Wald bewirtschaften. Josef Andres vom Bauernverband schloss sich seinen Vorrednern an und dankte den Azubis für die Teilnahme.

„Ostermünchen ist ein idealer Ort für diesen Wettbewerb“, sagte Christian Tegethoff zum Abschluss und bedankte sich bei „Gastgeber“ Alois Kalteis. Den Teilnehmern und Prüfern oblag es dann, noch das eine oder andere in einer interessanten Feedbackrunde loszuwerden. Dabei zeigte sich das gute Auge und die Erfahrung der Prüfer, die so manche Unaufmerksamkeit bemerkt hatten.

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