Rohrdorf/Rosenheim – Im Alter von fast 93 Jahren verstarb nach längerer Krankheit der ehemalige Landtagsabgeordnete Konrad Breitrainer aus Rohrdorf. Der Verstorbene gehörte von 1980 bis 1994 als CSU-Abgeordneter dem Bayerischen Landtag an und war darüber hinaus vielen Verbänden, Organisationen und Vereinen ein tatkräftiger Helfer.
Konrad Breitrainer wurde am 3. Mai 1933 in Pfaffenbichl geboren und besuchte die Volksschule in Söllhuben. Er machte eine dreijährige Lehre bei seinem Vater im Malerhandwerk, ehe er die Berufsschule in Rosenheim mit der Gesellenprüfung verließ. Es folgten zwei Jahre berufliche Wanderzeit in Rosenheim, München und Waldkraiburg. Alsdann besuchte Breitrainer das Spätberufenenseminar Fürstenried und das Humanistische Gymnasium Rosenheim. Anschließend studierte Breitrainer die Sprachen Deutsch, Latein und Griechisch an der Universität München. Er machte 1962 die wissenschaftliche und 1964 die pädagogische Staatsprüfung, gefolgt von einer Referendarzeit in München und Traunstein sowie einer Unterrichtstätigkeit in Bad Reichenhall und Rosenheim.
Breitrainer war Oberstudienrat a. D., Mitglied des Bayerischen Philologenverbands und der Katholischen Erziehergemeinschaft. Er war auch Altsenior bei Kolping Bad Reichenhall und im Bezirk Rupertigau sowie Vorsitzender des Kolpingwerks Bezirk Rosenheim. Als Referent war er tätig bei Kolping, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und in Kreisbildungswerken. Über die vielzähligen Ehrenämter in der Gemeinde Rohrdorf, im Landkreis und als CSU-Kreisrat in Rosenheim kam er 1980 in den Landtag.
Besondere Verdienste erwarb sich Konrad Breitrainer für den Bayernbund. Wie Kreisvorsitzender Christian Glas berichtet, war der Verstorbene sein Vorgänger und Gründungsvorsitzender. „Konrad wurde ob seines vielfältigen Einsatzes im Jahr 2008 zum Ehrenvorsitzenden ernannt und war bis zuletzt eng mit uns verbunden“, so Glas.
Bayernbund-Landesvorsitzender und Landtagsabgeordneter Sebastian Friesinger würdigte die Verdienste von Konrad Breitrainer: „Die Auszeichnungen mit dem Bayerischen Verdienstorden und mit der Oberbayerischen Bezirksmedaille waren höchst verdient und in seiner Geschichtsverbundenheit für sein Heimatland Bayern begründet.“
Auch Klaus Stöttner als einer der Nachfolger von Konrad Breitrainer im Bayerischen Landtag würdigte ihn. „Sein Fleiß, sein Wissen und sein Organisationstalent bei Exkursionen waren mustergültig.“ Breitrainer recherchierte leidenschaftlich in Archiven und verfasste Schriften, Chroniken und Bücher, etwa für die Bayerischen Gebirgsschützen, die Kolping-Bewegung, die Katholische Arbeitnehmerbewegung und die Ortsvereine von Rohrdorf, wo er zwölf Jahre lang im Gemeinderat tätig war. Besonders am Herzen lag ihm die Jakobusgemeinschaft Rohrdorf. Bei ihr war er 1986 Gründungsmitglied und auch deren Ehrenmitglied.
Die Trauerfeier findet am morgigen Donnerstag, 2. April, um 10 Uhr in der Kirche St. Jakobus in Rohrdorf statt.
Anton Hötzelsperger