Mit Muskelkraft aus Wrack befreit

von Redaktion

Schwieriger Einsatz für die Feuerwehr: Bei einem Unfall nahe Tuntenhausen ist ein 35-jähriger Autofahrer schwer verletzt und in seinem Fahrzeug eingeklemmt worden. Um zu dem Mann vordringen zu können, mussten die Einsatzkräfte zunächst das Unfallauto versetzen.

Tuntenhausen – Schweißtreibender Rettungseinsatz für die Feuerwehren am Montagabend bei Ostermünchen: Ein 35-jähriger Autofahrer aus dem Landkreis Altötting hatte zwischen Ostermünchen und Lampferding auf winterlicher Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war gegen einen Baum gekracht. Um zum Schwerverletzten vordringen zu können, mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehren das völlig demolierte Fahrzeug zunächst per Muskelkraft rund zwei Meter vom Baum wegheben.

Nach Angaben der Bad Aiblinger Polizei war der Autofahrer gegen 19.35 Uhr auf der Kreisstraße RO5 von Ostermünchen kommend in Richtung Lampferding unterwegs. In einem bewaldeten Teilstück der Strecke verlor der Autofahrer auf der schneebedeckten Straße die Kontrolle über sein Auto. Das Fahrzeug kam ins Schleudern, driftete nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte dort mit der Fahrerseite gegen einen Baum.

Einsatzkräfte der First-Responder-Einheit Ostermünchen kümmerten sich bis zum Eintreffen des Notarztes um die Erstversorgung des Schwerverletzten, der nach Angaben von Sebastian Thurnhuber, stellvertretendem Dienstleiter der Polizeiinspektion Bad Aibling, „nicht in Lebensgefahr und jederzeit bei Bewusstsein“ war. Das Problem: Der 35-Jährige war in seinem deformierten Fahrzeug eingeklemmt, die Fahrerseite zudem durch den Baum nicht zugänglich.

Deshalb legten 20 der rund 50 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Ostermünchen, Lampferding, Tuntenhausen und Beyharting kurzerhand am Fahrzeug Hand an, um es zumindest ein paar Meter vom Baum wegzubewegen. „Wir haben das Fahrzeug dann rund zwei Meter versetzt“, berichtet Michael Marx, Zweiter Kommandant der Ostermünchener Wehr und Einsatzleiter. „Das war zum einen wichtig, um den Autofahrer später aus dem Fahrzeug holen zu können, zum anderen, damit der Notarzt besser mit ihm in Kontakt treten konnte.“

Anschließend sei der 35-Jährige unter Einsatz von hydraulischen Rettungsgeräten wie Spreizer und Schere dennoch über die Beifahrerseite aus dem Fahrzeug geholt worden, wie Christoph Huber, Kommandant der Feuerwehr Lampferding, schildert. Nachdem er aus dem Wrack befreit worden war, brachte der Rettungsdienst den 35-Jährigen ins Krankenhaus. „Die Rettungsmaßnahmen sind sehr gut verlaufen“, sagt Lampferdings Kommandant Huber. Das habe auch daran gelegen, dass so viele Kameraden der vier Feuerwehren am Einsatz beteiligt gewesen seien. Schließlich musste auch die Kreisstraße an der Unfallstelle für fast zwei Stunden gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden.

Der genaue Unfallhergang ist nun Gegenstand polizeilicher Ermittlungen, wie die Polizeiinspektion Bad Aibling mitteilte. „Er hat vermutlich aufgrund unangepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über das Fahrzeug verloren“, gewährt Thurnhuber Einblicke in die bis dato wahrscheinlichste Theorie zum Unfallhergang. Der stellvertretende Dienststellenleiter betont jedoch, „dass der Autofahrer dort bestimmt nicht gerast ist, aber dennoch aufgrund der winterlichen Verhältnisse vermutlich zu schnell unterwegs war“.

Den Schaden am Fahrzeug, das wohl nicht mehr repariert werden kann, taxierten die Ermittler in einer ersten Schätzung auf rund 15.000 Euro.

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