Engel der Auferstehung

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

In unserer Pfarrgemeinde beginnen bald wieder die Theaterproben. Ganz gleich, welches Stück es werden wird, eines ist jetzt schon sicher: Es wird auf jeden Fall eine Menge zum Lachen – und nach allerlei Verwicklungen, die einzelne Rollen zu überstehen haben, am Schluss ein gutes Ende geben. Irgendwie ist das auch so mit dem großen Theaterstück, das Leben heißt. Auch da gibt es doch Gott sei Dank viel zum Lachen. Der Humor, die Lebensfreude, Freundschaft und Liebe sind Grundlagen, die uns leben, aufleben und lebendig bleiben lassen. Aber es gibt auch die Verwicklungen, in denen nur mehr andere lachen und nicht mehr wir selber. Wenn wir an einem Problem kauen, ohne dass andere etwas davon ahnen. Depressionen, Schicksalsschläge oder Trauer können uns lähmen und das Licht am Ende des Tunnels nicht mehr sehen lassen. Genau da setzen die Ostererzählungen der Bibel an. Auf dem Weg durch die Dämmerung kommen die verzweifelten Frauen zum Grab. Sie brauchen eine ganze Zeit, um zu begreifen, dass mitten im Tod bereits das neue Leben begonnen hat. Der Engel, der auf dem Grab sitzt, ist der bildhafte Vermittler. Sehr viel öfter, als wir meinen, darf jeder von uns dieser ermutigende „Engel der Auferstehung“ sein. Vielleicht die schönste und wertvollste Aufgabe unseres Lebens. Manchmal braucht es nur das gute Wort, eine Geste der Aufmerksamkeit und der Liebe. Das Theaterstück in unserer Pfarrei wird am Ende sicher gut ausgehen. Das große Theaterstück, das Leben heißt, auch. Diese Zuversicht haben wir an Ostern gefeiert und aus dieser Kraft dürfen wir jeden neuen Tag leben.

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