Haager Ehrenkommissar spielt im Abschieds-Tatort mit

von Redaktion

Tobias Kurzmaier übernimmt im letzten Fall des Ermittler-Duos Batic und Leitmayr eine kleine Sprechrolle – Am Sonntag in der ARD

Haag – Nach 35 Dienstjahren und 100 Fällen verabschieden sich Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) in der Doppelfolge „Unvergänglich“ von den Fernsehzuschauern. Haager Tatort-Fans werden am Wochenende staunen, wenn sie einen aus ihrer Nachbarschaft dabei über den Fernsehbildschirm laufen sehen: Tobias Kurzmaier darf beim letzten Fall der Kult-Ermittler eine Gastrolle spielen.

„Das war eine wahnsinnige Erfahrung“, erzählt Kurzmaier. Eigentlich ist Kurzmaier Diplom-Fachjournalist. 2017 wurde er vom bayerischen Innenministerium zum Ehrenkommissar ernannt. „Es ist der höchste Würdegrad, den die Bayerische Polizei an Nicht-Polizisten verleihen kann“, erklärt Kurzmaier. Der Titel wird an Personen vergeben, die „das Ansehen der Polizei mehren“. Aktuell gebe es etwa zehn in Bayern. Er selbst sei wegen seines ehrenamtlichen Engagements geehrt worden. Unter anderem moderiert er seit vielen Jahren sämtliche Großveranstaltungen der bayerischen Polizei, darunter etwa Auftritte des Polizeiorchesters.

Oft sind die Ehrenkommissare allerdings Schauspieler. Das Innenministerium nennt als Ehrenkommissare beispielsweise Gustl Bayrhammer, Walter Sedlmayr und Fritz Wepper. Auch Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl sind Ehrenkommissare. „Wir sind seit vielen Jahren befreundet“, erzählt Kurzmaier. Vor ein paar Jahren, als die beiden TV-Ermittler bei einem Gespräch mit Kurzmaier erzählten, dass sie ans Aufhören denken würden, sei so die Idee entstanden, einmal alle drei Ehrenkommissare vor die Kamera zu holen.

„Dann haben sie Folge 96 und Folge 97 gedreht, dann Folge 98. Ich dachte schon, sie hätten ihr Versprechen vergessen“, erzählt Kurzmaier. Doch Nemec und Wachtveitl hielten ihr Wort. Vor knapp einem dreiviertel Jahr wurde Kurzmaier in die Bavaria Filmstudios eingeladen, um beim letzten Fall der beiden Kult-Ermittler mitzuwirken. „Dass ich zur letzten Folge eingeladen wurde, ehrt mich natürlich besonders“, sagt der Haager. „Miroslav und Udo sind herausragende Schauspieler, und für mich ist es eine Ehre, gerade bei ihrem letzten Fall in ihrer Abschiedsszene im Polizeipräsidium mitspielen zu dürfen.“

Was genau seine Rolle beinhaltet, das will Kurzmaier noch nicht verraten. Nur so viel: Es ist eine kleine Sprechrolle. „Eigentlich hatten wir die Idee, dass ich die Leiche spielen könnte. Aber für eine Komparsen-Rolle war ich mir zu eitel, gebe ich zu. Wenn ich schon mal im Tatort mitspiele, dann wollte ich auch was sagen“, sagt Kurzmaier lachend.

Einen ganzen Tag habe man für die Szene gedreht. „Was mich am meisten überrascht hat: Wie viele Leute an einem Filmset arbeiten“, sagt er. Dutzende Personen, von den Schauspielern, über das Kamerateam bis hin zur Maske, seien vor Ort gewesen. Kurzmaier spricht von höchster Professionalität sowohl bei der technischen Ausstattung als auch bei den Mitarbeitenden.

Die Wartezeiten
sind ihm zu lang

In die Maske musste Kurzmaier allerdings nicht. „Ich kam hin in meinem Anzug und dann hieß es: Ach, Sie sind ja schon perfekt, das passt.“ Viel mehr Abstecher in die Schauspielerei wird es für Kurzmaier aber wohl nicht geben. Die Wartezeiten am Set seien ihm zu lang gewesen. „Dafür bin ich nicht geduldig genug. Das könnte wohl kein Geld für mich aufwiegen“, so Kurzmaier.

Zu sehen ist die Doppelfolge des Tatorts mit dem Titel „Unvergänglich“ am Ostersonntag, 5. April, und Ostermontag, 6. April, im Ersten um jeweils 20.15 Uhr und danach in der ARD Mediathek. Sophia Huber

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