Rosenheim – Summen, Zwitschern und blühende Gärten: Die Aktion „Vogelfreundlicher Garten“ des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) ist in ihre neue Saison gestartet. Wie der LBV mitteilt, sind die ehrenamtlichen Mitglieder der Gartenjury ab April wieder in ganz Bayern unterwegs, um private Gärten zu bewerten und auszuzeichnen. Bewerbungen sind weiterhin möglich – sowohl für die Garten-Zertifizierung als auch für eine Mitgliedschaft in der Jury.
Seit dem Start der Aktion im Jahr 2022 wurden bereits 7.099 Gärten in Bayern als „vogelfreundlich“ ausgezeichnet. Allein in der vergangenen Saison kamen knapp 2.000 neue Gärten hinzu. Das Interesse hält laut LBV unvermindert an: Aktuell warteten noch über 1.000 Gartenbesitzer auf die Bewertung ihres Gartens. „Wir sind wirklich überwältigt von der anhaltend großen Resonanz“, wird LBV-Projektleiterin Anke Brüchert zitiert. „Das zeigt, wie viele Menschen sich direkt vor ihrer Haustür für die Natur einsetzen und Vögeln sowie vielen anderen Arten einen Rückzugsort schaffen möchten.“
Bewertet werden die Gärten von über 700 ehrenamtlichen Jurymitgliedern, die von April bis Anfang Oktober im Einsatz sind. Sie besuchen die angemeldeten Gärten vor Ort und prüfen sie anhand festgelegter Kriterien. Wer diese erfüllt, erhält die Plakette „Vogelfreundlicher Garten“. Maria Hußlein, Leiterin des Bayerischen Artenschutzzentrums, betonte den gesellschaftlichen Effekt der Auszeichnung: „Naturnahe Gärten werden oft als ungepflegt und optisch unattraktiv empfunden. Die Auszeichnung als vogelfreundlicher Garten zeigt: Hier wird bewusst etwas für Vögel, Insekten und Natur getan. So eröffnen sich neue Blickwinkel – und genau das kann auch andere inspirieren, selbst aktiv zu werden.“
Dabei brauche es laut LBV oft gar nicht viel, um den eigenen Garten naturnah zu gestalten. Heimische, samentragende Wildkräuter, beerentragende Sträucher, wilde Ecken oder selteneres Mähen reichten bereits aus, um den Garten zu einem attraktiven Lebensraum für zahlreiche Tiere zu machen. Gerade im Frühjahr empfiehlt der LBV, heimische Gehölze wie Hundsrose oder Schwarzen Holunder zu pflanzen sowie Wildpflanzen wie Wiesen-Salbei, Schafgarbe oder Flockenblume auszusäen.
Aufgrund der hohen Nachfrage komme es in einzelnen Regionen zu Wartezeiten bei der Bewertung. In einigen Landkreisen würden deshalb dringend neue Jurymitglieder gesucht. Eine Übersicht, wo Bewerbungen als Gartenjury-Mitglied besonders gefragt sind, ist unter www.vogelfreundlichergarten.de einsehbar.