Auch kleine Rösser und Reiter waren mit von der Partie.
Als Galionsfigur des Georgiritts zog der römisch gewandete heilige Georg die Blicke auf sich.
Traunstein – Nicht zu heiß und nicht zu kalt und vor allem: kein Regen. Beinahe ideale Bedingungen herrschten beim Georgiritt am gestrigen Ostermontag in Traunstein. Mit mehr als 22.000 Zuschauern in diesem Jahr gehört der traditionsreiche Pferdeumritt zu den größten und schönsten Brauchtumsveranstaltungen in Bayern.
Besondere Glanzpunkte setzten heuer der Besuch von Kardinal Reinhard Marx und Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei der Pferdewallfahrt vom Traunsteiner Stadtplatz zur Segnung am Ettendorfer Kircherl. Kardinal Marx, der 2016 den neuen Altar in St. Vitus und St. Anna geweiht hatte, trug sich vor Beginn der Veranstaltung ins Goldene Buch der Stadt ein und zelebrierte im Anschluss im Ettendorfer Kircherl einen Festgottesdienst.
Immaterielles
Kulturerbe der UNESCO
Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer erinnerte in seiner Eröffnungsansprache an das 100. Jubiläum des Schwerttanzes. Dieser war anlässlich des 400-jährigen Bestehens des Lindlbrunnens eigens für ein Festspiel an den Osterfeiertagen und für den Georgiritt 1926 komponiert und choreografiert worden. Seit 2016 gehören Schwerttanz und Georgiritt zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
Staatsministerin Michaela Kaniber wies auf den identitätsstiftenden und engen Zusammenhang von Brauchtum, Tradition und Glaube in Bayern hin.
1.000 Mitwirkende
und rund 350 Pferde
In vier Gruppen mit rund 1.000 Mitwirkenden bewegte sich der Festzug durch die dicht mit Besuchern gedrängten Straßen. Für Aufsehen sorgten nicht zuletzt die historische Gruppe mit dem „Eisernen Ritter“ und dem Lindl in ihren blankpolierten Rüstungen, begleitet von Ritterfräulein, Landsknechten, Pfeifern und Trommlern.
Aus 16 Landgemeinden des Chiemgaus sowie bis aus Schönau am Königssee hatten sich Reiter mit ihren prachtvoll herausgeputzten Pferden eingefunden. Hufgetrampel und wildes Wiehern signalisierten, dass der Festtag auch für die rund 350 prachtvoll geschmückten Pferde eine aufregende Sache war.
In den geschmückten Festwagen zeigten Trachtler und Musikgruppen ihre Begeisterung. In der geistlichen Gruppe boten Festwagen mit der St.-Georgsfigur und dem Ettendorfer Kircherl neben dem einherreitenden heiligen Georg, Engerln und Postillion-Bläsern, den Gebirgsschützen und Stadtpfarrer Konrad Roider mit der Geistlichkeit ein prachtvolles Bild. Die Kutschen mit Stadträten und Ehrengästen, Festwagen mit Bürgern in historischer Tracht und schön herausgeputzten Trachten sowie Reiter sorgten in der Schlussgruppe für Freude bei den vielen Zuschauern.
Nach dem mühsamen Anstieg am Zottelberg hinauf nach Ettendorf folgte vor erhebender Panoramakulisse mit Blick in die Chiemgauer Alpen am Ettendorfer Kircherl die Pferdesegnung, die Diakon Tobias Raab von der Stadtkirche Traunstein vornahm. Zum Ausklang nach der Rückkehr des Wallfahrtszuges auf dem Stadtplatz folgte vor der Stadtpfarrkirche die zweite Benediktion.
Simon Schreiber, Vorsitzender des St.-Georgsvereins, freute sich über die „tolle Beteiligung“ am Georgiritt, der vom St. Georgsverein, der Stadtpfarrkirche und der Stadt Traunstein veranstaltet wird. „Ich bin froh, dass der Ritt wieder unfallfrei verlaufen ist, auch wenn es vereinzelt mit Kreislaufproblemen oder einem vertretenen Fuß kleine Zwischenfälle gab.“
Auch die Polizei zeigte sich mit der Veranstaltung zufrieden. Die Polizeiinspektion Traunstein wurde durch Kräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei sowie Kräfte der Zentralen Einsatzdienste Traunreut und Bad Aibling unterstützt.