Bluttat am Höglinger Weiher Resultat eines Streits

von Redaktion

Polizeiinspektion Bad Aibling nennt neue Details zu den Hintergründen der Tat

Bruckmühl – Zu Beginn des langen Osterwochenendes sorgte ein schockierender Vorfall aus Bruckmühl für Aufsehen. In der Nacht auf Karfreitag war es um kurz vor Mitternacht zu einer „tätlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen“ im Bereich des Höglinger Weihers gekommen. Die Polizeiinspektion Bad Aibling sprach zunächst von einem „gefährlichen Gegenstand“, mit dem ein 30-Jähriger schwer verletzt worden war. Am Tag danach war rund um den Weiher bei angenehmen Temperaturen keine Spur mehr vom Großeinsatz. Doch die Ermittlungen liefen weiter – nun gibt es neue Erkenntnisse.

Ursprünglich hatte eine Passantin den Notruf gewählt, nachdem sie eine „stark blutende Person“ aufgefunden hatte. Daraufhin kam es zu einem nächtlichen Großeinsatz, bei dem neben zahlreichen Streifenbesatzungen und Rettungskräften auch ein Hubschrauber vor Ort war. Der 30-jährige Ägypter aus Feldkirchen-Westerham wurde mit einer Stichverletzung im Bauchbereich in ein Krankenhaus gebracht.

Mithilfe des Polizeihubschraubers konnten etwas später vier Personen in Tatortnähe festgestellt werden, unter ihnen befanden sich laut Polizeiangaben die beiden mutmaßlichen Tatverdächtigen, wobei es sich um einen Vater (70) mit seinem Sohn (28) mit Wohnsitz in Bad Aibling handelte. Doch wie steht es nun, fünf Tage nach dem dramatischen Zwischenfall, um die Ermittlungen? Wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Bad Aibling auf OVB-Nachfrage mitteilt, befindet sich das Opfer nicht mehr in stationärer Behandlung. „Tatsächlich war er nur eine Nacht im Krankenhaus zur Beobachtung“, sagt er und betont, dass es sich „in keiner Weise um lebensbedrohliche“ Verletzungen gehandelt habe. Unklar war zuletzt noch, mit welcher Tatwaffe ihm die Stichverletzung zugefügt wurde, nachdem die Polizei zunächst von einem gefährlichen Gegenstand berichtet hatte.

„Wir gehen von einem Messer aus, müssen aber für eine sichere Feststellung noch mehrere Zeugenaussagen abwarten“, sagt der Polizeisprecher. Denn aktuell kämen noch zwei Gegenstände als Tatwaffe infrage. Klar ist mittlerweile: Die beiden Tatverdächtigen – Vater und Sohn – sind durch die Beamten vorläufig festgenommen worden. „Letztlich hat es aber nicht für eine Vorführung beim Richter gereicht und sie wurden wieder freigelassen“, erklärt der Sprecher. Zwei weitere Personen, die in der Nacht durch den Polizeihubschrauber in Tatortnähe festgestellt werden konnten, waren an der Auseinandersetzung nicht beteiligt, so die Polizei. Wie es genau zu der brutalen Attacke auf den 30-Jährigen kommen konnte, bleibt auch einige Tage danach unklar, aber: „Letztlich war es ein Streit, der eskaliert ist – und auch Alkohol hat dabei eine Rolle gespielt.“ Und klar ist auch, dass zwischen den mutmaßlich Tatverdächtigen und dem Opfer keinerlei Vorbeziehung bestand – bis zu besagtem Abend. Die Ermittlungen werden nun noch weitergeführt. Der Sprecher der Polizeiinspektion Bad Aibling betont jedoch: „Wir glauben, Stand jetzt, nicht mehr an eine große Wende in diesem Fall.“

Nicolas Bettinger

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